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Familienergänzende Kinderbetreuung: Viele Gemeinden sind schon so weit

Familienergänzende Kinderbetreuung ist wichtig, etwa, wenn beide Elternteile berufstätig sind oder sein müssen.Deborah Onnis/Archiv

Familienergänzende Kinderbetreuung ist wichtig, etwa, wenn beide Elternteile berufstätig sind oder sein müssen.Deborah Onnis/Archiv

Gemeinden müssen familienergänzende Betreuung bis zum Abschluss der Primarschule sicherstellen. Diverse Gemeindeversammlungen stimmen in den nächsten Wochen über eine entsprechende Vorlage ab.

Nicht jede Gemeinde macht es gleich wie die andere. Aber gemeinsam haben alle, dass das Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung bis spätestens zum Beginn des Schuljahres 2018/19 umgesetzt werden muss. Entsprechend sind die Reglemente jetzt in vielen Gemeinden für die Winter-Gemeindeversammlung traktandiert.

Mit diesem Gesetz werden unter anderem eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Arbeit oder Ausbildung, eine Verbesserung der gesellschaftlichen, insbesondere der sprachlichen Integration der Kinder sowie eine höhere Chancengerechtigkeit der Kinder angestrebt.

Die Gemeinden sind verpflichtet, den Zugang zu einem bedarfsgerechten Angebot an familienergänzender Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule sicherzustellen. Die Aufgabe kann in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden oder Dritten erfüllt werden. Die Gemeinden haben dabei einigen Spielraum.

Zum Beispiel Bünzen

Der Gemeinderat Bünzen hat den Bedarf an familienergänzender Kinderbetreuung im Juni dieses Jahres ermittelt, indem er allen Haushaltungen mit Kindern bis zum 12. Lebensjahr einen Fragebogen zugesandt hat. Von den 81 versandten Fragebogen kamen 50 zurück.

27 Familien wünschten sich ein Betreuungsangebot, 23 Familien haben keinen Bedarf angegeben. Weil keine Erfahrungszahlen vorliegen und sich auch keine verlässlichen Berechnungen erstellen lassen, hat der Gemeinderat für den Zeitraum vom August bis Dezember 2018 im Sinne einer Annahme 5000 Franken ins Budget aufgenommen.

Zum Beispiel Merenschwand

Für die Umsetzung hat der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die auch die Bedarfsabklärung vornahm. Diese hatte einen gewissen Bedarf für zusätzliche Angebote an Fremdbetreuung erbracht. Gemeinderat und Arbeitsgruppe haben entschieden, dass das künftige Angebot von Randstundenbetreuung über Mittagstisch bis zu Tageseltern, Kindertagesstätte und Hort reichen soll.

Mit der Durchführung dieses Angebots soll der Gemeinderat Dritte beauftragen können. Gespräche mit dem Verein Kita PekiLand in Merenschwand haben ergeben, dass eine Zusammenarbeit möglich ist. Der Gemeinderat hat für die Periode August bis Dezember 2018 dafür 8500 Franken ins Budget aufgenommen. Hinzu kommt, dass die Liegenschaft Kanzleistrasse 10 der Einwohnergemeinde vorübergehend für die familienergänzende Kinderbetreuung, insbesondere für den Mittagstisch, unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden soll. Das macht eine sanfte Renovation notwendig, was mit Kosten von 20 000 Franken verbunden ist.

Zum Beispiel Oberrüti

In Oberrüti hat der Gemeinderat für die Organisation der familienergänzenden Kinderbetreuung eine Kommission, bestehend aus Vertretern der Schule, der Gemeinde und Privaten, eingesetzt. Sie wird für die gesamte Koordination, Vorbereitung und Durchführung der Aufgabenbereiche zuständig sein. Um im Schulkreis Sins eine einheitliche Regelung zu erreichen, wurde eine regional abgestützte Arbeitsgruppe mit Vertretern der Gemeinden des Schulkreises Sins gebildet. Aufgrund des gewählten Tarifmodells und nach Auswertung der vorliegenden Daten wird zum heutigen Zeitpunkt mit jährlichen Kosten von rund 25 000 Franken gerechnet.

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