FC Wohlen
Fall Wellington: Der Brasilianer hat seinen Reisepass wieder

Der ehemalige Wohlen-Verteidiger Wellington hat seinen Pass zurück erhalten. Am Dienstag hatte er mehrere Stunden in U-Haft verbracht und seinen Reisepass abgeben müssen. Nun könnte der Brasilianer sofort ausreisen - das hat er aber gar nicht vor.

Dean Fuss
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SVP-Grossrat Jean-Pierre Gallati übergibt Wellington seinen Pass.

SVP-Grossrat Jean-Pierre Gallati übergibt Wellington seinen Pass.

Annika Bütschi

Der Wohler Anwalt und SVP-Grossrat Jean-Pierre Gallati hat dem ehemaligen FC Wohlen-Verteidiger Wellington am frühen Nachmittag seinen Reisepass übergeben. Für Gallati, dessen Anwaltskanzlei den 26-jährigen Brasilianer vertritt, ist die Sache damit klar: «Wellington droht keine harte Strafe, sonst hätte er seinen Pass nicht zurückerhalten.» Eine Busse für den Spieler, weil er zwei Verträge unterzeichnet hat, sei hingegen nicht auszuschliessen.

Für Wellington ist diese weitere Entwicklung ein Erfolg. Er dementierte in den vergangenen Tagen jegliche Anschuldigungen, die gegen ihn aufkamen. «Ich bin sehr glücklich, dass ich meinen Pass zurück habe. Ich bin kein Krimineller», sagt Wellington gegenüber der «az». Nun könne er endlich wieder ruhig schlafen.

Wellington hat aber nicht nur seinen Reisepass wieder. Auch die bei der Hausdurchsuchung am Dienstag in seinem Zimmer in Wohlen beschlagnahmten Dokumente hat der Brasilianer über Gallati zurück erhalten.

Wellington denkt über seine Zukunft nach

Ursprünglich hatte Wellington geplant gehabt, am kommenden Donnerstag zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn nach Brasilien zurückzukehren. Nun lässt er das aber offen: «Meine Familie wird am 10. Oktober nach Brasilien reisen. Ich selber werde mir in den kommenden Tagen Gedanken über meine Zukunft machen», so Wellington. Vorerst werde er aber in Wohlen bleiben und die weiteren Entwicklungen abwarten.

Der Fall Wellington schlägt seit knapp zwei Wochen hohe Wellen in Wohlen und der Schweiz. Der Brasilianer hatte beim FC Wohlen zwei verschiedene Verträge mit Bruttolöhnen von 3800 und 3000 Franken unterschrieben. Der höher dotierte Vertrag entsprach dem Mindestlohn, den das Amt für Migration für eine Arbeitsbewilligung fordert. Derjenige über 3000 Franken wies seinen effektiven Verdienst aus.