Der suspendierte Gemeindeammann Walter Dubler hat die Gemeinde Wohlen betrieben. Die Forderung laute auf einen Betrag von 60'587 Franken und 50 Rappen, wie die az von dritter Seite erfahren hat.

Die Rückforderung war von Walter Dublers Verteidiger Christian Bär schon an der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Zurzach in Aussicht gestellt worden. Im Juni ist sie dann tatsächlich auch bei der Gemeinde Wohlen eingetroffen (az vom 20. Juni).

Der Gemeindeammann fordert von seiner Gemeinde jenen Teil des Honorars aus seiner Tätigkeit als Verwaltungsrat der BDWM Transport AG zurück, den diese von 2010 bis 2015 der Gemeinde Wohlen überwiesen hat. Es ist davon auszugehen, dass Walter Dubler damit auch allfälligen Verjährungsfristen entgegenwirken will.

Härtere Strafe für Walter Dubler?

Härtere Strafe für Walter Dubler?

Der suspendierte Gemeindeammann wurde zu einer Geldstrafe und einer Busse verurteilt. Nun fordert die Staatsanwaltschaft eine härtere Strafe.

Gutachten gibt Dubler Recht

Aus der Luft gegriffen sind die Forderungen nicht. Walter Dubler kann sich auf ein Gutachten stützen, das die Gemeinde Wohlen beim Badener Juristen Michael Merker in Auftrag gegeben hat.

Merker kam darin zum Schluss, dass Dubler, der seit 2001 dem Verwaltungsrat der BDWM angehörte, ab 2010 dort nicht mehr als Vertreter der Gemeinde Wohlen Einsitz hatte. Vielmehr handle es sich – nach einer Statutenänderung des Bremgarter Unternehmens – seither um ein privates Mandat. Dubler hatte aber bis 2015 einen Teil seiner VR-Entschädigung an die Gemeinde Wohlen überweisen lassen.

Gemeinde: «Kein Kommentar»

Wie schon im Juni zur Rückforderung gibt es auch jetzt zur erfolgten Betreibung keinen Kommentar von der Gemeinde Wohlen. Man wolle sich nicht zu einem laufenden Verfahren äussern, heisst es.

Die az weiss, dass die Gemeinde Rechtsvorschlag erhoben hat. Der suspendierte Gemeindeammann Dubler muss nun den Beweis erbringen, dass seine Forderung zu Recht besteht. Es läuft also auf ein Gerichtsverfahren hinaus. Konkret: Walter Dubler müsste gegen die Gemeinde Wohlen klagen. Das hat er laut den der az vorliegenden Informationen bisher offenbar (noch) nicht getan.

Ebenfalls offen ist, ob die Gemeinde Wohlen im Gegenzug von Dubler jene 15'000 Franken Verwaltungsratshonorar zurückfordert, die er von 2001 bis 2010 auf sein Konto hat überweisen lassen. Laut Reglement hätte er in dieser Zeit aber sein ganzes VR-Honorar der Gemeinde abgeben müssen.