Pensionskassen-Affäre
Fall Dubler: Ermittler beschlagnahmen diverse Dokumente

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gegen den Wohler Ammann. Dabei hatten die Ermittler diverse Dokumente auf der Gemeindeverwaltung Wohlen beschlagnahmen lassen. Man sei sehr kooperativ gewesen.

Fabian Hägler
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Walter Dubler, Wohlens Ammann, verbringt ungemütliche Tage

Walter Dubler, Wohlens Ammann, verbringt ungemütliche Tage

Andrea Weibel

Die Staatsanwaltschaft hat gegen Walter Dubler ein Verfahren eröffnet (wir berichteten). Dafür war keine Anzeige nötig, man sei von Amtes wegen tätig geworden, wie Sprecherin Sandra Zuber sagt: «Aufgrund der Berichterstattung in den Medien hat sich ein hinreichender Tatverdacht ergeben, um ein Verfahren zu eröffnen.»

Nach den heutigen Erkenntnissen stehe der Vorwurf im Raum, dass sich der Wohler Gemeindeammann in den letzten zwei Jahren zu hohe Pensionskassenbeiträge auszahlen liess. Damit könnte der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung erfüllt sein.

Vorerst ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht wegen Amtsmissbrauchs oder Veruntreuung – zweier Tatbestände, die gemäss Rechtsanwalt Markus Leimbacher ebenfalls infrage kommen könnten.

Zuber sagt: «Sollten sich im Verlauf der Untersuchung durch Dokumente oder Befragungen neue Erkenntnisse ergeben, kann das Verfahren auf weitere Delikte ausgedehnt werden.»

Gemeinde zeigt sich kooperativ

Bereits am Dienstagnachmittag hatte die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten auf der Gemeindeverwaltung Wohlen diverse Dokumente beschlagnahmen lassen. Zuber sagt, dies sei keine Hausdurchsuchung gewesen.

«Vielmehr wurden die Beweismittel im Einverständnis mit der Gemeinde abgeholt, dabei hat sich die Verwaltung sehr kooperativ verhalten.»

Offensichtlich habe auch die Gemeinde grosses Interesse, dass die Vorwürfe gegen Walter Dubler geklärt werden. Was für Dokumente beschlagnahmt wurden, kann Zuber nicht sagen. Diese werden nun gesichtet, zudem werden diverse Personen befragt, unter anderen auch Dubler.

Dubler für CVP «unbescholten»

In ihrer Mitteilung schreibt die Staatsanwaltschaft, für Walter Dubler gelte die Unschuldsvermutung. Dies unterstützt die CVP Wohlen. «Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt Walter Dubler für uns als unbescholten», schreibt Parteipräsident Harry Lütolf.

Die Partei wolle nicht «nach unscharfen moralischen Gesichtspunkten werten». Zudem gehe es nicht um ein Kapitalverbrechen, sondern um eine allfällige unrechtmässige Zahlung in eine Pensionskasse. Ein Rücktritt oder eine Amtsenthebung wären unverhältnismässig, findet die CVP Wohlen.

Ein Bagatelldelikt ist die ungetreue Geschäftsbesorgung aber nicht. Gemäss dem Schweizerischen Strafgesetzbuch kann dies mit einer Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden.

Bis wann die Staatsanwaltschaft entscheidet, ob Anklage erhoben, ein Strafbefehl ausgestellt oder das Verfahren eingestellt wird, kann Zuber nicht abschätzen. Einen Stillstand des Verfahrens gibt es in den Sommerferien indes nicht – «die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen auch während der Gerichtsferien».