Wohlen
Fahrverbot oder Sackgasse für 80 Prozent der Einzonungen in Wohlen

14,5 Hektaren Land wollte der Wohler Gemeinderat neu einzonen, nur 3,1 Hektaren heisst die zuständige Grossratskommission gut. Gemeindeammann Walter Dubler hofft, dass der Grosse Rat anders entscheidet.

Fabian Hägler
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Niedermatten (7,5 Hektaren): Hier war eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen vorgesehen.

Niedermatten (7,5 Hektaren): Hier war eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen vorgesehen.

Es scheint fast ein bisschen symbolisch: Überall, wo die grossrätliche Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) Nein sagt zu geplanten Wohler Einzonungen, steht eine Verbotstafel.

Beim grössten Gebiet, der vorgesehenen Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in den Niedermatten, ist es ein Fahrverbot.

In der Lochmatt, wo die Wohnzone erweitert werden sollte, verbietet eine Tafel die Durchfahrt für Autos und Motorräder ab 370 Metern.

Beim Gebiet Anglikerstrasse Nord, wo für das Gewerbe mehr Platz vorgesehen war, fällt der Blick auf eine Sackgassentafel.

Hat die Grossratskommission den Wohler Gemeinderat mit dem Nein zu diesen drei Begehren also ausgebremst?

Immerhin schrumpft die Fläche der Einzonungen von 14,5 auf 3,1 Hektaren. Dies entspricht einer Reduktion um 80 Prozent gegenüber den Plänen der Wohler Behörde.

In einer Mitteilung hält die Kommission UBV fest, die Erweiterung des Siedlungsgebiets sei kontrovers diskutiert worden.

«Es wurde anerkannt, dass Wohlen eine Zentrumsfunktion hat», hält Kommissionspräsidentin Renate Gautschy (FDP, Gontenschwil) fest. Bestritten seien hingegen Dimensionen und Bedarf einzelner Einzonungsbegehren.

Der Wohler Gemeindeammann Walter Dubler betont: «Der Entscheid der Kommission UBV ist eine Empfehlung an den Grossen Rat, der letztlich entscheidet.»

Negativ wertet er, dass die Kommission die Einzonungen Niedermatten, die Einzonung Lochmatt und das für Gewerbe vorgesehene Land an der Angliker-strasse Nord beim heutigen Schützenhaus zur Ablehnung empfiehlt.

«Das heisst, dass es nicht möglich wäre, die Sportanlagen für Volks- und Kantonsschule zu erweitern», sagt Dubler.

Auch die nötige Erweiterung der Fussballanlagen wäre nicht möglich. «Der FC Wohlen mit seinem grossen Juniorenbereich hätte keine Entwicklungsmöglichkeit mehr».

Zudem brauche der Kavallerieverein Bünztal einen neuen Platz, wo er die Springkonkurrenz durchführen könne.

«Dieser multifunktionale Platz würde auch dem Circus Knie dienen, der in den letzten Jahren nicht mehr nach Wohlen kommen konnte», erläutert Dubler.

Sein Fazit zum Entscheid der Kommission UBV: «Das Anbieten von Gewerbeland und die Schaffung von Arbeitsplätzen würden eingeschränkt.»