Wettingen

Extremer Stresstest wegen Frankenkurs für Exportbranche

Die Generalversammlung der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK) vom Donnerstagabend war hervorragend besucht. Gastrednerin Miriam Meckel von der Universität St. Gallen fesselte das Publikum.

Die Aargauische Industrie- und Handelskammer (AIHK) hat bereits über 1500 Mitglieder, die rund 40 Prozent aller Arbeitnehmenden im Kanton beschäftigen. Und sie wächst weiter. Das konnte AIHK-Präsident Daniel Knecht an der Generalversammlung im Wettinger Tägerhard vor über 500 Mitgliedern und Gästen stolz verkünden. Diese Zunahme ist ein gutes Zeichen für die AIHK und für die Wirtschaft.

Allerdings präsentiert sich die internationale Grosswetterlage (Schuldenkrise, teurer Franken etc.) äusserst unsicher, wie Knecht in seiner Präsidialansprache feststellen musste. Die «Explosion des Frankenkurses» werde die exportierende Wirtschaft einem extremen Stresstest unterziehen. Gleichzeitig komme die Verbilligung der Importe bei Bevölkerung und KMU nur völlig ungenügend an, kritisierte Knecht.

Betreffend Arbeitsmarktlage stehe der Aargau besser da als der Schweizer Durchschnitt. Knecht: «Unsere Unternehmen planen für 2011 einen weiteren Stellenaufbau um fast 2 Prozent.» Das klingt sehr erfreulich. Ob dieser dies realisieren lässt, hängt aber offenkundig auch davon ab, ob es gelingt, genug qualifizierte Mitarbeitende zu finden. Die meisten Branchen erwarten für 2011 ein besseres Geschäftsjahr als 2010. Knecht: «Ausserordentliche Ereignisse ausgenommen, müssen wir dieses Jahr nicht mit einem Einbruch rechnen. Unsere Unternehmen gehen mit Zuversicht und viel Elan in die Zukunft.»

Meckel: Soziale Medien nutzen

Anschliessend fesselte die St.Galler Uni-Professorin Miriam Meckel das Publikum in einem knapp einstündigen, frei vorgetragenen Referat zu Risiken und (zu packenden) Chancen der neuen sozialen Medien wie Facebook, Twitter usw. Jeder und jede kann heute Informationen sehr schnell überall hin verschicken.Was dies (mit)bewirken kann, zeigen die aktuellen Umwälzungen in Nordafrika. Den Unternehmern empfahl Meckel, diese neue Herausforderung anzunehmen.

Und zeigte am Beispiel eines US-Konzerns, der im Internet durch eine krasse Fehlleistung eines Mitarbeiters öffentlich derart so enorm unter Druck geraten war, dass er schliesslich via soziale Medien in die Gegenoffensive ging. Und anfing, so gut mit den Kunden zu kommunizieren und auf ihre Anliegen einzugehen, dass sich das Blatt zu seinen Gunsten wendete. Was zeigt, so Meckel, dass man soziale Medien in Krisensituationen auch nutzen kann, um diese positiv umzumünzen.

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