Dottikon
Experimentierfreudiges Konzert: Blasmusik wird begleitet von Feuerspucker

Die Musikgesellschaft Dottikon widmete sich an den traditionellen Jahreskonzerten im Risi zusammen mit mehreren Gastinterpreten den vier Elementen: Luft, Erde, Wasser und Feuer.

Toni Widmer
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Besonderes Bühnenbild mit den vier Elementen Luft, Feuer, Wasser und Erde (von links), spezielles Bühnenoutfit – die Musikgesellschaft Dottikon an ihrem Unterhaltungsabend. Toni Widmer

Besonderes Bühnenbild mit den vier Elementen Luft, Feuer, Wasser und Erde (von links), spezielles Bühnenoutfit – die Musikgesellschaft Dottikon an ihrem Unterhaltungsabend. Toni Widmer

Toni Widmer

Sie haben Mut, die Dottiker Musikanten und ihr Dirigent Hanspeter Weiss. Und sie verfolgen ihren Weg, den sie unter ihrem langjährigen musikalischen Leiter Heinz Binder eingeschlagen haben, auch unter dessen Nachfolger konsequent weiter.

Der angesprochene Mut bezieht sich auch, aber nicht primär, auf die anspruchsvollen Kompositionen, die auch dieses Jahr wieder einstudiert worden sind. Gemeint ist vielmehr das «Rahmenprogramm», mit dem der Verein immer wieder von Neuem traditionelle Konventionen sprengt.

So war denn auch dieses Jahreskonzert nicht unbedingt etwas für konservative Blasmusikliebhaber. Diese mögen lupenreinen Bläsersound. Gitarren- und Keyboard-Soli oder E-Bass-Groove sind ihnen suspekt. Auch wenn es so super tönt, wie am Wochenende im Risi in Dottikon. Und konservative Blasmusikfans brauchen auch keinen Feuerschlucker, der ausgerechnet dann seine verblüffenden Tricks vorführt, wenn die Musikantinnen und Musikanten ein besonders schwieriges Stück interpretieren.

Das Dottiker Publikum hingegen liebt beides. Es schätzt hochstehende Unterhaltungsmusik, die in ungewöhnlicher Besetzung hervorragend intoniert wird. Und es mag die Abwechslung nicht nur daneben, sondern auch dazwischen. Das hat sich auch dieses Jahr wieder gezeigt. Obwohl die Musikgesellschaft sich und ihr Können mit dem gewieften Präsentator, Feuerkünstler und Zauberer Thomy Widmer, den Niederwiler Tambour-Akrobaten von den Argovia Rebels und den beiden Top-Sängerinnen Michèle und Nicole Binder phasenweise selber konkurrenziert hat.

Von A bis Z durchgeplant

Gut herausgekommen ist das nicht zuletzt deshalb, weil Dottiker Jahreskonzerte professionell choreografierte Inszenierungen sind. Da wird nicht einfach ein Konzertprogramm «heruntergespult», da läuft ein von A bis Z geplantes und einstudiertes Programm.

Das beginnt beim Bühnenbild, mit dem das Motto «Elements» bildlich hervorragend umgesetzt worden ist. Das geht weiter mit einer aufwendigen Ton- und Lichtregie sowie den zum Thema passenden Gästen.

Manchmal spielt – wie überall – auch noch der Zufall Regie. In Dottikon war niemand erfreut, dass Weltstar Prince letzte Woche verstorben ist. Dem Konzert jedoch gab das eine ganz besondere Note. Mit «Purple Rain» hatte die Musikgesellschaft auf das Konzert hin dessen bekanntesten Hit einstudiert. Er wurde, von den Binder-Girls auf höchstem Niveau und mit einer geradezu gewaltigen Musikalität und Inbrunst gesungen, zur Gedenkminute für den unvergesslichen Musiker. Kaum jemand, der sich bei diesem Stück nicht (mindestens) eine Träne abgewischt hat.

Fazit: Die Musikgesellschaft Dottikon hat seinem treuen Publikum am Wochenende die totale Show geboten und dafür die totale Begeisterung geerntet.

Und ja: Auch (blas-)musikalisch zeigte das Korps eine Top-Leistung. Nach ein paar kleinen Patzern im ersten Teil (am Freitag) riss vor allem der zweite Teil die Blasmusikfans von den Sitzen – auch die konservativeren.

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