Der Muri-Amthof ist eines der Wahrzeichen von Bremgarten. Viele, die das imposante Gebäude mit dem markanten Turm von der Reuss her schon bewundert haben, hätten sicher gerne einen Blick ins Innere des ehemaligen Verwaltungsgebäudes des Klosters Muri geworfen. Am Samstag war dazu erstmals und exklusiv Gelegenheit, denn Amthofbesitzer Hans Ulrich Meyer hatte sich dazu bereit erklärt, im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Zu Gast bei...» sein Haus der interessierten Öffentlichkeit zu zeigen.

Vom Ansturm überrascht

Weder er, noch die für die Organisation verantwortliche kantonale Denkmalpflege hätten damit gerechnet, dass es ausgerechnet am Tag des Bremgarter Reusslaufs so viele Menschen nicht zum Fluss, sondern vor die Tore des Muri-Amthofes ziehen würde, an denen schon kurz nach der Öffnung um 14 Uhr zwei rosa Zettel klebten mit der Aufschrift: «Alle Führungen leider bereits ausgebucht».

Der Unmut bei den Abgewiesenen war gross, denn in der Ankündigung zur Veranstaltung hatte es noch geheissen: «Anmeldung: nicht erforderlich – Eintritt: frei». Im Wissen, dass man hier Einblicke erhalten würde in ein denkmalgeschütztes Gemäuer, dessen Ursprung bis ans Ende des 14. Jahrhunderts zurückreicht und das seit 180 Jahren in Privatbesitz ist, lockte historisch Interessierte und Neugierige in Scharen an die Antonigasse 2.

Die Glücklichen, die schon vor der Türöffnung vor dem Tor standen und so eines der begehrten Führungstickets ergattern konnten, wurden anschliessend im Halbstundentakt, vom Hausherrn persönlich, in Gruppen zu maximal 15 Personen durch dessen Wohnräume geführt. Sechs Führungen, dann war die Veranstaltung zu Ende.

Eindrucksvolle Einblicke

Auch wenn man längst nicht alle Räume im Amthof zu Gesicht bekam, so wurde die Denkmalpflege ihrem Motto zur 75-Jahr-Feier ihres Bestehens dennoch gerecht: «Den Aargau neu entdecken». Allein schon der Blick von der Wehrmauer und dem Wintergarten hinunter auf die Reuss war atemberaubend. Im Inneren dann das Abtzimmer mit seiner eindrücklichen Kassettendecke und dem signierten Küchlerofen von 1767. Vorbei am schmucken Salon und der Bibliothek gelangte man dann in die Hauskapelle, die zwar als solche nicht mehr benutzt wird, aber seit ihrer Erbauung und Ausstattung 1640/41 keine Veränderungen erfahren hat.