Wohlen
Ex-Tankstellen-Pächter: «Coop schuldet mir 70'000 Franken»

Sladjan Koch, der ehemalige Pächter der Coop-Tankstelle am Kreisel Anglikon in Wohlen, wartet seit zwei Jahren auf sein Geld. Die Coop Mineralöl AG denkt aber nicht ans Zahlen.

Andrea Weibel
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Vier Jahre und zwei Monate arbeitete Sladjan Koch aus Fischbach-Göslikon als selbstständiger Pächter der Tankstelle und des Coop-Pronto-Shops beim Kreisel Anglikon. Dann wurde er am 31. August 2010 freigestellt, weil sein Arbeitgeber nicht mit seiner Personalführung einverstanden war. «Mein Vertrag wäre aber bis zum 30. Juni 2011 gelaufen», sagt er. Darum habe er von der Coop Mineralöl AG (CMA) seinen ausstehenden Lohn für die zehn Monate in Höhe von gesamthaft 70'000 Franken eingefordert. Das Geld sei ihm auch vertraglich zugesichert worden.

Abgeltung für Verlust

Auf das versprochene Geld warte Koch nun aber schon seit über zwei Jahren. Laut dem ehemaligen Pächter habe ihm die CMA mitgeteilt, dass er gesamthaft einen Verlust von rund 170'000 Franken erwirtschaftet habe. Sie werde diesen Verlust mit den versprochenen 70 000 Franken plus dem Eigenkapital von 100'000 Franken ausgleichen, das Koch anfangs in die Tankstelle investiert habe. Davon habe er nach seiner Kündigung aber zum ersten Mal gehört. «Ich habe auch nie eine Schlussabrechnung erhalten. Wenn die CMA nichts zu verbergen hätte, hätte sie mir diese doch geschickt.»

Gegenüber dem regionalen TV-Sender Tele M1 wollte sich die CMA gestern nicht genauer zum Fall äussern. «Der Fall ist mehr als rechtens», war das Einzige, was die Medienstelle der CMA sagte. Gegen dieses Vorgehen der Firma würde Sladjan Koch gern vorgehen. Allerdings habe er dafür schlicht das Geld nicht, schreibt er in einem Brief an die Medien.