Der in Wohlen aufgewachsene Pascal Jenny (44) lief früher als Handballer für die Schweiz auf. Heute gilt der studierte Betriebsökonom als einer der wichtigsten Manager der Schweiz. Als Tourismusdirektor holte er unter anderem die Schneefussball-WM nach Arosa und lancierte das im Sommer 2018 eröffnete Tierschutz-Erlebnis «Bärenland».

Pascal Jenny ist seit 2008 Tourismusdirektor in Arosa – so wie sein Ururgrossvater vor über hundert Jahren. Zufall ist das nicht, genauso wenig wie die Tatsache, dass der Mann aus Wohlen in Arosa schon viel bewegt hat. Unter anderem organisiert und betreut er mit Frank Baumann das Arosa Humorfestival. 2016 gewann Arosa den Milestone-Award in der Kategorie «Innovation», die wichtigste Auszeichnung des Schweizer Tourismus.

Pascal Jenny suchte als Tourismusdirektor nach neuen Attraktionen für Arosa – und der Bärenpark Bern suchte einen neuen Platz für zwei Bären. Seine Idee, Bären nach Arosa zu holen, wurde 2011 von der Bürgergemeinde abgelehnt. Als sich jedoch die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» und zwei Stiftungen ebenfalls am Projekt beteiligten, sagte Arosa Ja zum «Bärenland».

Im Sommer 2018 wurde dann das erste Bärenschutzzentrum der Schweiz eröffnet. Bären aus schlechter Haltung verbringen hier einen tiergerechten Lebensabend. Der erste, der sich darüber freut, ist der zwölfjährige Napa – Serbiens letzter Zirkus-Bär.

An Handball-EM dabei

2017 wurde Pascal Jenny aufgrund seiner touristischen Innovations- und Umsetzungsstärke vom Wirtschaftsmagazin Bilanz in die Liste der 100 wichtigsten Persönlichkeiten der Schweizer Wirtschaft aufgenommen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der studierte Betriebsökonom bereits eine sportliche Karriere hinter sich: Als Handballer bestritt der Flügelspieler 348 Partien in der Swiss Handball League sowie 75 Länderspiele für die Schweizer Handballnationalmannschaft. Der Höhepunkt seiner Karriere war die Teilnahme mit der Nationalmannschaft an den Europameisterschaften 2006.

Danach folgten Jobs in verschiedenen Branchen, bevor er eine nächste grosse Herausforderung wagte: als Mitbegründer und Geschäftsführer des Schweizer Sportfernsehens. 2008 zog es den Quereinsteiger Pascal Jenny dann als Tourismusdirektor in die Bündner Berge nach Arosa.

Tourismusprojekt mit dem Aargau?

Wie war seine Reaktion, als er von der Nomination für den NAB-Award erfahren hatte? «Wow! – Der Bär ist wirklich angekommen», sagt Jenny. «Ich verspürte einfach eine grosse Freude, auch weil ich all die Jahre in den Bündner Bergen den Kontakt zum Aargau immer gepflegt habe.»

Auch wenn sein Lebensmittelpunkt Arosa ist, bleibt der Aargau im Herzen seine zweite Heimat. Darum sieht er sich auch als Bündner Aargauer. Pascal Jenny kann sich gut vorstellen, touristisch auch für den Aargau aktiv zu werden. «Und dies durchaus in meiner aktuellen Anstellung in Arosa.

Ich glaube, dass wir Touristiker in einer von Social Media geprägten Welt gegenseitig Influencer sein sollten. Ich würde diese Idee sehr gern mit dem Aargau als Pilotprojekt ausarbeiten.» Mal sehen, ob das die nächste bärenstarke Idee von Pascal Jenny wird. (az)

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Das sind die anderen Kandidaten für den NAB-Award 2018: