Wohlen
Europameister suchen neuen Geschäftsführer

Vor acht Jahren war Primecut eine erfolgreiche Mini-Firma der Kantonsschule. Inzwischen hat sich das Unternehmen in der «echten» Wirtschaft etabliert und sucht einen innovativen Geschäftsführer.

Fabian Hägler
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Claudio Büttler von Primecut.

Claudio Büttler von Primecut.

Fabian Hägler

2004 räumten acht Wohler Kantonsschüler mit ihrem Newsbelt ab: Die Mini-Firma Primecut gewann den nationalen und den europäischen Wettbewerb der Jungunternehmen, die Gürtel mit Schlagzeilen aus alten Zeitungen erwiesen sich als zündende Idee. Was damals im geschützten Rahmen von Young Enterprise Switzerland (YES) begann, ist heute eine Firma in der echten Wirtschaftswelt. «Von den Gründern der Kanti-Firma ist nach dem Ausstieg von Catharina Giese im Jahr 2007 leider niemand mehr dabei», sagt Claudio Büttler. Zusammen mit Reto Marending, der aus Arni stammt, führt der gebürtige Villmerger nun die Primecut GmbH.

Erfolgreich, aber nicht lukrativ

Büttler und Marending besuchten ebenfalls die Kanti Wohlen, gehören aber nicht zu den Primecut-Gründern. «Wir waren zwei Jahre oberhalb jener Klasse, haben das Projekt mitverfolgt und wollten eine echte Firma aufbauen», erinnert sich Büttler. In den folgenden Jahren vergrösserte Primecut seine Produktepalette. Heute werden im Internet und in knapp 30 Boutiquen Gürtel, Taschen, Portemonnaies und neu auch Solartaschen der Marke Sakku angeboten. «Wir haben heute deutlich mehr als 100 Produkte im Sortiment», rechnet Büttler vor. Primecut ist aus seiner Sicht eine Erfolgsgeschichte, «auch wenn natürlich viel Fronarbeit von Reto und mir dahintersteckt.»

Viel verdient haben die beiden mit ihrer Firma bisher nicht. «Das Geld, das hereinkam, haben wir immer wieder investiert - meist konnten wir nur unsere Spesen decken, Lohn gab es kaum.» Ein Grund dafür: Büttler und Marending sind nach ihrem Studium beide voll berufstätig. «Da bleibt nicht viel Zeit, um Primecut weiterzuentwickeln», erklärt Büttler.

Auch den eigenen Laden in Basel haben die zwei inzwischen wieder geschlossen. «Der Shop war finanziell gerade selbsttragend, der Zeitaufwand aber sehr gross», begründet Büttler. Er führt aus: «Die meisten Bestellungen kommen heute via Online-Shop herein und werden von unseren Partnern bearbeitet.» Er ist überzeugt, dass das Unternehmen mit Primecut und Sakku zwei «coole Brands» habe. «Doch uns fehlt einfach die Zeit, um weitere Läden anzugehen, neue Produktideen zu entwickeln und Marketing zu betreiben», sagt Büttler.

Chance für neuen Geschäftsführer

Aufgeben möchten Claudio Büttler und Reto Marending ihre Firma aber auch nicht. «Deshalb suchen wir einen Geschäftsführer, der engagiert und innovativ ist», sagt Büttler. Die beiden Firmeninhaber möchten sich künftig auf eine Coaching-Rolle beschränken. «Wir würden den Geschäftsführer mit unseren Erfahrungen unterstützen, sind aber offen für neue Ideen», führt er aus. Konkret bietet Primecut ein 50-Prozent-Pensum an, «dabei würden wir ein gewisses Fixum zahlen und den Geschäftsführer mit einer Umsatzbeteiligung am Erfolg beteiligen.»

Die Idealbesetzung für diesen Job wäre laut Büttler ein Betriebswirtschafter, der Erfahrungen aus oder Interesse an Fashion-Branche oder Grafik mitbringe. «Es könnte eine Chance für einen Studenten sein, die gelernte Theorie umzusetzen und gleichzeitig Primecut weiterzubringen,» sagt er.