Am Wochenende werden in vielen holzverarbeitenden Betrieben im Land die Vorzüge des einheimischen Rohstoffs präsentiert. Hinter dem «Tag des Schweizer Holzes» steht «Woodvetia», die in Zusammenarbeit von Bundesamt für Umwelt und Holzindustrie lancierte Kampagne für mehr Schweizer Holz (siehe Box).

Zu sehen sein werden sicher auch die lebensgrossen Holzfiguren, die schon verschiedentlich für Aufsehen gesorgt haben. Gestaltet wurden diese Figuren vom Zürcher Künstler Inigo Gheyselinck, entstanden sind sie aber in Wohlen, bei Hanspeter Vock. Er hat sich in der Region mit der gleichnamigen Drechslerei einen Namen gemacht, die Vater Josef Vock 1945 gegründet und er 1980 übernommen hat. Den Betrieb, der für seine kunstvollen Arbeiten in verschiedensten Bereichen bekannt war, hat der 68-Jährige inzwischen aufgegeben. Vom Holz kann er aber nicht lassen.

Auf die Kunst konzentriert

«Ich habe mich schon immer gerne künstlerisch betätigt und spezielle Dinge aus Holz gefertigt. Jetzt habe ich mich ganz darauf konzentriert und es macht mir riesig Spass», sagt der Rentner im Unruhestand. Schon 1986 hat Hanspeter Vock für seinen Betrieb eine erste CNC-gesteuerte Fräsmaschine angeschafft, die ganz neue Möglichkeiten eröffnete. Seit 2007 verfügt er über eine 5-Achsen-gesteuerte CNC-Anlage, die er in seine kleine Werkstatt mitgenommen hat, welche er in den Räumlichkeiten der Zimmerei Vogelsang im Gewerbegebiet Rigacker eingerichtet hat.

Dort hat er, schon lange bevor er den Auftrag für die «Woodvetia»-Kampagne erhalten hat, lebensgrosse Skulpturen gefräst. «Figuren und Köpfe faszinieren mich. Es ist eine Leidenschaft und eine Herausforderung zugleich, sie aus Holz so herzustellen, dass sie am Ende möglichst echt wirken», sagt er. In seiner Werkstatt sind auch schon verschiedene Heiligenfiguren entstanden, unter anderem der heilige Fridolin, der Patron der Glarner.

Für seine Figuren bedient sich Vock einer besonderen Technik: Menschen oder deren Köpfe werden gescannt und die so erhaltenen Daten in eine Steuerdatei für die CNC-Fräsmaschine umgewandelt. Dann wird das Stück eines Baumstamms eingespannt, und los gehts. Damit die Figuren später jedoch den Originalen so ähnlich sehen wie Alfred Escher, Polo Hofer oder Gottlieb Duttweiler aus der Woodvetia-Kampagne, braucht es viel Erfahrung.

Weil die verstorbenen Personen für die Kampagne nicht gescannt werden konnten, hat man sich eines Tricks bedient: «Die Köpfe hat der Künstler Inigo Gheyselinck nach alten Fotos modelliert und diese gescannt, für die Körper wurden Personen mit ähnlicher Statur historisch gekleidet und elektronisch erfasst», erklärt Vock.

Die Arbeit, erzählt er, habe ihm riesig Spass gemacht. Auch, weil er einige Protagonisten der Skulpturen inzwischen persönlich kennen gelernt hat. So etwa Skispringer Simon Ammann, von dem eine kleine Skulptur in seinem Atelier steht. 19 Figuren hat er hergestellt. Die 20. wird der Gewinner oder die Gewinnerin eines Wettbewerbs sein, der von «Woodvetia» lanciert worden ist. Am 9. November gibt es ein Wiedersehen: Auf dem Bundesplatz in Bern werden alle Skulpturen gemeinsam präsentiert. Hanspeter Vock freut sich schon sehr darauf. Weitere Infos über seine Arbeit: www.vock.ch.