Es ist alles enthalten, was aus Sicht der Gegner von Windkraftanlagen auf dem Lindenberg gegen diese Stromerzeuger spricht, inklusive Visualisierungen, die den Bergrücken mit elf Windräder zeigen.

«Leider haben sich kurzsichtige Politiker und subventionsgierige Investoren den Plan aufgestellt, auf dem südlichen Teil des Lindenbergs einen Industriepark mit 10 bis 11 Windkraftanlagen in der Grösse von 200 Metern zu realisieren», heisst es auf der Website www.prolindenberg.ch.

Der Verein Pro Lindenberg, der am 19. August offiziell gegründet wird, will das heutige, bestehende Naherholungsgebiet schützen und weiterentwickeln. «Wir haben bereits 64 eingeschriebene Mitglieder», stellt Präsident Heiri Knaus, Hämikon, fest. Er lässt keine Zweifel aufkommen, dass der Verein mit allen Mitteln gegen einen Windpark auf dem Lindenberg kämpfen wird.

Schatten und Lärm

Die Gegner von Windparkanlagen befürchten nicht nur die Verschandelung eines landschaftlich reizvollen Naherholungsgebietes, sondern betonen, dass der Standort für Windenergie völlig ungeeignet sei. «Die Windpotenzialkarte des Bundes vom 29. Juni 2017 bestätigt die Tatsache, dass der Lindenberg kein Windpotenzial hat.»

Der Verein fordert deshalb von der REPLA Oberes Freiamt sowie dem Aargauer Grossen Rat und von Idee Seetal auf Luzerner Seite, den geplanten Windpark aus den Richtplänen zu streichen. «Es ist doch unsinnig, Ressourcen in ein Projekt zu investieren, das nicht einen wirtschaftlich vertretbaren Ertrag bringt, sondern nur wegen winkenden Subventionen finanziell interessant ist», unterstreicht Knaus.

Befürchtet werden Schallimmissionen durch drehende Rotorblätter in der Nacht sowie Schattenwurf in den Frühlings- und Herbstmonaten. «In den Monaten Februar bis April wird die Vordere Allmend von der Sonne aus dem Osten dermassen tief angestrahlt, dass die geplanten Windkraftanlagen die Siedlung jeden Morgen über zwei Stunden mit Schattenwurf belegen würden.

Umgekehrt in den Abendstunden die Siedlungen Geltwil und Wiggwil.» Weiter würden die Anlagen eine Bedrohung für Vögel und Fledermäuse darstellen. Schliesslich enthalte der Lindenbergrücken mit seinen überaus grossen Grundwasservorkommen ein Trinkwasserreservoir für das Seetal und das Freiamt. «Niemand weiss, was für Auswirkungen die Installation dieser Windkraftgiganten (eine Anlage wiegt bis zu 6000 Tonnen Gesamtgewicht) auf den Untergrund unserer Grundwasservorkommen hat.»

Jetzt gehe es zuerst darum, die Bevölkerung dies- und jenseits des Lindenbergs für das Thema zu sensibilisieren und die Politikerinnen und Politiker für den Schutz des Naherholungsgebiets Lindenberg zu gewinnen. «Wir treten dabei gegen drei mächtige Energiekonzerne an, die hier ihre Interessen verfolgen, aber das schreckt uns nicht ab», sagt Knaus.

Schon heute Schaden

Noch bevor sich ein erstes Windrad überhaupt dreht, hätten die Hausbesitzer von Hämikon-Berg einen massiven finanziellen Schaden. «Unsere Häuser werden allein durch die Pläne eines Windparks 20 bis 30 Prozent entwertet», erklärt Knaus. Sollten die Windräder dereinst tatsächlich stehen, «hat kein Mensch mehr ein Interesse, unsere Häuser, für die wir ein Leben lang gearbeitet haben, einmal zu kaufen.»

Allein der finanzielle Schaden durch die Entwertung ihrer Liegenschaften vermöge zu unterstreichen, wie gross die Bereitschaft der Liegenschaftsbesitzer auf dem Hämikon-Berg persönlicher und finanzieller Natur sei, gegen den Windpark zu kämpfen. «Wir werden alle Mittel ausschöpfen und jeweils bis vor Bundesgericht gehen», prophezeit Knaus einen langen, zermürbenden Kampf, sollte das Projekt Windpark Lindenberg weiterverfolgt werden.