Die Grosswetterlage für Murimoos werken und wohnen präsentiert sich gegenwärtig nicht von der erfreulichen Seite. Darüber täuschten die an der Generalversammlung am Samstag gemachten schönen Erinnerungen an das gelungene Fest zum 85-Jahr-Jubiläum oder die Finanzierung des neuen Kinderspielplatzes durch zahlreiche Sponsoren nicht hinweg. Neben roten Zahlen, neben harten Einschnitten im Personalbereich und schwierigen Rahmenbedingungen kommen einige Aufgaben zusammen, die mehr oder weniger dringend gelöst werden müssen und vor allem auch Kosten verursachen. An der Generalversammlung am Samstag machte Geschäftsführer Michael Dubach aber Hoffnung: «Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen.»

Vereinfacht gesagt, ist die Situation so, dass die Ertragsseite nicht stimmt und dass die Infrastruktur teilweise dringend nach baulichen Massnahmen ruft, ein schwieriger Spagat. Auf der Einnahmenseite kämpft Murimoos mit für die Institution eher ungünstigen Einstufungen ihrer Klienten bei den Taxberechnungen, mit verkürzten Verweildauern und einer stark schwankenden Nachfrage. Diese wiederum ist auch abhängig vom Angebot. «Die Wohnmöglichkeiten sind nicht mehr konkurrenzfähig, der Wohnbereich zeigt erhebliche Abnützungserscheinungen, die Infrastruktur ist generell stark vernachlässigt», erklärte Ingo Hauser, Leiter Bereich Wohnen und Mitglied der Geschäftsleitung, an der Generalversammlung. Frühere Versuche, die Wohnsituation zu verbessern, scheiterten am Sparkurs des Kantons. Kommt hinzu, dass für die Betreuung der 90 Klienten nur gerade neun Vollzeitstellen zur Verfügung stehen, zu wenige. Das macht es zusätzlich schwierig, potenzielle Klienten von einem Aufenthalt im Murimoos zu überzeugen.

Der Modernisierungsbedarf bei einigen bestehenden Bauten ist nicht wirklich neu. Aber die Dringlichkeit für bauliche Massnahmen hat sich erhöht, wie man den Ausführungen von Geschäftsführer Michael Dubach entnehmen konnte: «Bei verschiedenen Objekten wie der Lagerhalle Gemüse oder beim alten Magazin regnet es herein», stellte er fest. Gewächshäuser rufen nach Reparaturarbeiten, Folientunnels benötigen neue Bezüge, unter den von Störchen belegten Dächern sei der Zwischenboden verfault «und man kann durchs Dach rausschauen». Im Moospintli drückt bei Starkregen ebenfalls Wasser ins Innere. Strassen und Plätze weisen zum Teil erhebliche Schäden auf, Schächte stehen vor, Wasser läuft nicht ab. Kurz und schlecht: «Die Infrastruktur hat einen grossen Renovations- und Ersatzbedarf.»

Strategie entwickeln

Das Murimoos werken und wohnen will in Zukunft eine Strategie für den Gesamtbetrieb entwickeln, unterstrich Heidi Schmid. Die Präsidentin des Vorstandes übernahm an der Generalversammlung im Namen ihres Gremiums die Verantwortung für das defizitäre Ergebnis im letzten Jahr, das auch dieses Jahr kaum ins Positive zu kehren sein wird. Weiter soll sich die Institution stark auf den Markt ausrichten und das Marketing intensivieren, wie Dubach unterstrich. «Wir haben einen guten und treuen Kundenstamm und können auf hoch motivierte, tolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen, die mitziehen», freut er sich. Abgesehen davon geniesse Murimoos werken und wohnen einen hervorragenden Ruf und auch eine breite Abstützung in der Bevölkerung.

Das frühere Wohnhaus des Direktors soll im oberen Stock möglicherweise für Wohnungen oder Büros genutzt, das Erdgeschoss mit einer grossen Küche auch für Firmenanlässe geöffnet werden. Gefördert werden soll schliesslich die Freiwilligenarbeit, zum Beispiel für Ausflüge mit Klienten oder bei der Mitwirkung von Freizeitaktivitäten.