Wäre nicht der Bratwurstgeruch, sinnierte «Züri West»-Frontmann Kuno Lauener während des Konzertes, er würde sich bei dieser Atmosphäre glatt in Italien wähnen. Das Ambiente schien den Berner Musikern denn auch zu behagen. Sie gaben bei ihrem Konzert von Anfang an Vollgas, preschten mit viel Spielfreude nach vorne. Und sie hatten das Publikum von Beginn an auf ihrer Seite – dank dem Song «Blues».

Da spielte es keine Rolle, dass viele nicht primär wegen der Band gekommen waren, sondern weil der Anlass gleich vor der eigenen Haustüre stattfand. Mit «Göteborg» und «Schmocker oder Schmid» folgten dann zwei Lieder von der aktuellen CD.

Geschichten aus dem Alltag

«Züri West» konnten bei ihrem stimmungsvollen Konzert in der Murianer Klosteranlage auf einen Fundus aus 28 Jahren Bandgeschichte zurückgreifen und schöpften aus dem Vollen, rockten neben den neueren Songs auch ältere Hits. Die Band erzählte mit ihren Songs Geschichten aus dem Alltag, etwa bei «Hallo Schiisluun», einem Song, in dem mit schlechter Laune ein Freund an die Tür klopft –niemand empfängt ihn gerne. Schnell und präzise folgte Song auf Song, der Spass an der Sache war der Band anzuhören, die grosse Erfahrung ebenfalls. 1500 Zuhörerinnen und Zuhörer jubelten der Berner Band zu.

Ruhiger war es in Muri am Freitag, als eine Open-Air-Filmvorführung stattfand. Hartnäckiger Regen sorgte dafür, dass nur 300 Personen den französischen Kultfilm «Intouchables» sehen wollten. «Es war natürlich Pech, dass ein ganzer Abend verregnet wurde», sagt Reto Holzgang vom OK «Muri Nights». «Regen am Samstagabend wäre für uns aber gravierender gewesen.»

Am Samstag war das Wetter gut – wie so oft, wenn «Züri West» spielen. Frontmann Kuno Lauener sagte: «Seit 13 Jahren sind wir an einem Open Air noch nie verregnet worden. Wer Züri West bucht, der bucht stabiles Wetter», rief er ins Publikum.