Hermetschwil-Staffeln

Es ist ein Gewinn für die Natur: Das Hochmoor soll regeneriert werden

Sie freuen sich über die erfolgreiche Regeneration des Hochmoors in Staffeln: Thomas Egloff vom Kanton (links), Bremgartens Vizeammann Doris Stöckli und Markus Camastral vom Büro Naturplan.

Sie freuen sich über die erfolgreiche Regeneration des Hochmoors in Staffeln: Thomas Egloff vom Kanton (links), Bremgartens Vizeammann Doris Stöckli und Markus Camastral vom Büro Naturplan.

Im Auftrag des Kantons erfolgt die Regeneration des Forenmoos in Staffeln.

Ein schmaler Pfad führt ins Moor. Zwischen befestigten Stellen gibt der Boden beim Betreten nach, die Stiefel versinken. Es ist anstrengend, sich aus der Umklammerung des Sumpfes zu befreien. Also aufgepasst, schon die kurze Strecke bis zum künstlich angelegten Damm ist tückisch. «Wir befinden uns hier im Forenmoos in Staffeln», erklärte der Biologe Thomas Egloff von der kantonalen Sektion Natur und Landschaft.

Der Kanton konnte vor 25 Jahren mit dem Landwirt und Privatwaldbesitzer Roman Abt und seiner Frau Gertrud vom Rütihof in Bünzen einen Vertrag für die Wiedervernässung des ehemaligen Moors auf einer Fläche von über 10 Hektaren abschliessen. «Das Land – insgesamt 30,5 Hektaren – befindet sich nach wie vor im Besitz unserer Familie.

Ein Verkauf kam für uns nicht in Frage», stellte Roman Abt fest. «Aber die umfangreiche Aufwertung und Renaturierung unter der Regie des Kantons ist beispielhaft und ein grosser Gewinn für die Natur.»

Das Hochmoor ist nass, sauer und nährstoffarm

Weil das Hochmoor nass, sauer und nährstoffarm ist, gedeihen hier nur Pflanzen, die sich diesem Lebensraum anpassen können. Zum Beispiel der fleischfressende Sonnentau. Die Vegetation eines intakten Hochmoors setzt sich zusammen aus verschiedenen kleinflächigen und artenarmen Pflanzengesellschaften.

Die Voraussetzung für die Entstehung eines Hochmoores sind vernässte Böden. Auf feuchtem Grund überwuchern zarte Torfmoose andere Pflanzen. Während die Spitze des Mooses wächst, stirbt das untere Ende ab und vertorft. Es entwickelt sich eine Torfschicht, die sich über den Grundwasserspiegel erhebt, daher der Ausdruck Hochmoor.

Die Torfmoose haben die Eigenschaft, dass sie – wie ein Schwamm – sehr viel Wasser aufnehmen können. Sie vertragen kurzzeitiges Austrocknen und sind nicht nur an die nährstoffarmen Bedingungen im Moor angepasst, sondern schaffen sich ein für andere Pflanzenarten feindliches, weil saures, Milieu. Ein Hochmoor weist eine lange Entstehungszeit auf – es wächst pro Jahr lediglich um einen Millimeter.

Das ehemalige Hochmoor Forenmoos-Rotwasser, wo früher Torf abgebaut wurde, war durch Drainage (Entwässerung) und Aufforstung stark beeinträchtigt. Nach Vertragsabschluss mit dem Kanton 1995 wurde es bis 1997 ausgelichtet und durch ein Wehr am Ende des Hauptbaches eingestaut. Die Stauquote wurde bald erreicht und so das Gebiet wieder nachhaltig vernässt.

Mit der Moorregeneration gelingt die Sicherung eines Refugiums für gefährdete Arten, eine Regelung der Lebensräume für Fauna und Flora und eine Vergrösserung der Hochmoorfläche. Markus Camastral vom auf Moore spezialisierten Büro Naturplan in Uster zeigte die verschiedenen Massnahmen auf, für die der Kanton zuletzt rund 50'000 Franken aufgewendet hat. Im August erfolgten eine Optimierung und leichte Erweiterung des Moorgebiets.

Es wurde eine Umgehungsrinne erstellt, die sich dank des bestehenden und der fünf neuen Wehre, die mit Spundwänden versehen werden können, mit Wasser füllten. «Auf der ganzen Vertragsfläche beträgt die Torfschicht 1 bis 1,5 Meter. Die Verweilzeit des Regenwassers hat sich erhöht und der Torfumfang nimmt daher langsam aber stetig zu», stellte Camastral fest.

Die Auswertung der Kartierungen zeigt, dass sich die Vegetation den nässeren Verhältnissen angepasst hat und sich feuchtigkeitsliebende, moor- typische Arten bereits stark ausgedehnt haben. Die Torfmoose haben – im Verhältnis zur übrigen Flora – deutlich zugenommen, ebenso Arten der offenen Moorflächen. Das Forenmoos in Staffeln entwickelt sich, wie angestrebt, wieder zu einem Hochmoor.

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