Gibt es Armut im Aargau? Die Caritas Aargau sagt deutlich: Ja, es gibt sie. Zusammen mit den kirchlichen regionalen Sozialdiensten will sie die Auseinandersetzung mit dem oft totgeschwiegenen Thema fördern.

Doch wie geht man ein so heikles Thema an? Die Caritas Aargau beantwortet diese Frage mit «unten durch», einem besonderen Rundgang in sieben Aargauer Städten und Dörfern. Darunter auch Bremgarten und Wohlen. «Die Politik setzt sich mit der Frage auseinander, wie viel die Wohlfahrt kosten darf, und baute in den letzten Jahren Sozialleistungen systematisch ab. Von Armut betroffene Menschen müssen buchstäblich unten durch, stehen oftmals gar unter Verdacht, Leistungen zu missbrauchen. Davon wissen die Sozialarbeitenden aus ihrer täglichen Arbeit», schreibt die Caritas. Genau diese können darum viel über ihre Erfahrungen berichten.

Inputs zum Nachdenken

Auf dem Rundgang werden unter anderem Laienschauspielerinnen und -schauspieler den Zuschauern einen Einblick in den Alltag und die Erfahrungswelt von armutsbetroffenen Menschen geben. In Wohlen werden Ruth Manhart, in Bremgarten Jasmin Johann und Franky Weber in verschiedenen Rollen Inputs zum Thema geben und das Publikum spielerisch herausfordern. Johann sagt: «Ich finde das Thema wichtig. Es gibt versteckte Armut. Niemand zeigt es gerne, wenn er selbst betroffen ist.»

Die szenische Leitung hat Theaterregisseur Hannes Leo Meier. Gemeinsam mit der Caritas Aargau entwickelte er die Geschichte aus dem Alltag von Menschen am Rande der Gesellschaft. Dazu kommen Sozialarbeitende, die Erfahrung und Grundlagenwissen in das Projekt miteinbringen. Ein Rundgang dauert rund 90 Minuten und ist kostenlos. Nach der Tour findet jeweils ein kleiner Apéro statt.

Rundgänge Wohlen: 3. Mai, 18.30 Uhr, 14. Juni, 18.00 Uhr. Bremgarten: 4. und 11. Mai, 18.30 Uhr. Anmeldungen: sr@caritas-aargau.ch