Bremgarten
Es gibt eine kleine Abspeckkur für Tagesstrukturen

Die familienergänzende Betreuung soll in Bremgarten in gekürzter Form weitergeführt werden. Dies weil die Tagesstrukturen zwar rege genutzt wurden, jedoch nicht ausgelastet waren.

Lukas Schumacher
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Im Kornhaus in der Unterstadt: Tagesstruktur-Betreuerin Jeannette Kretz mit UNO-Spieler Raffael.

Im Kornhaus in der Unterstadt: Tagesstruktur-Betreuerin Jeannette Kretz mit UNO-Spieler Raffael.

sl

Die im Sommer 2010 angelaufenen Tagesstrukturen Bremgarten werden rege genutzt. Bestens ausgelastet ist der Tagesstruktur-Betrieb im Kornhaus freilich nicht. Das «Rundum-Programm» von 7 bis 18 Uhr an allen Werktagen mit Frühbetreuung, Blockzeitenbetreuung, Mittagstisch, Nachmittagsbetreuung und Hausaufgabenbetreuung soll jetzt eingeschränkt werden.

Teilmodule gestrichen

Ab August 2013 sind folgende Korrekturen geplant: Streichung der schlecht genutzten Frühbetreuung zwischen 7 und 8 Uhr morgens, Streichung der beiden Betreuungsstunden zwischen 9 und 11 Uhr, Verzicht auf das bisherige Zusatz-Betreuungsangebot während sechs Schulferienwochen und Verzicht auf die Tagesstrukturen am Mittwoch.

Die Schule würde den tagesstrukturfreien Mittwoch abfedern, indem sie in allen Primarschulklassen einen Schulblock von 8.20 bis 11.50 Uhr einplant. An den übrigen Werktagen soll die Schule zwischen 9.15 und 11 Uhr kleine Blockzeiten einschieben.

Sowohl die Stadtbehörde als auch der Verein Tagesstrukturen stehen hinter dem gekürzten familienergänzenden Betreuungsangebot. Beide Gremien heben die grundsätzliche Bedeutung der ausserfamiliären Betreuung hervor. Künftig soll die Stadt den Tagesstruktur-Betrieb mit 72000 Franken im Jahr unterstützen. Mitfinanziert wird die Betreuung durch Elternbeiträge im Umfang von rund 60000 Franken sowie durch einen bescheidenen Kantonsbeitrag.

Zweite Testphase statt Definitivum

Es war vorgesehen, dass die Städtchenbewohner an der «Gmeind» vom 13. Dezember über die definitive Einführung der Tagesstrukturen befinden. Der Gesamtstadtrat schlägt jetzt aber vor, die dreijährige Testphase um drei weitere Jahre zu verlängern. Dies zum einen, weil die Nutzerzahlen hinter den Erwartungen geblieben sind, zum andern, weil das Kornhaus mit den Tagesstruktur-Räumen abseits der Schulhäuser liegt und weil der Kanton für 2014 ein Tagesstruktur-Päckli schnüren will.

«Wir vom Verein hätten ein Definitivum anstelle weiterer Testjahre bevorzugt», sagt Vereinspräsident und Stadträtin Bernadette Sutter, «aber wir können damit leben.» Es sei denkbar, dass die Umstellung im Sommer 2013 auf 6/3 (6 statt 5 Jahre Primar, 3 statt 4 Jahre Oberstufe) den Tagesstrukturen vorteilhaftere Zahlen beschert. Auch schulnahe Räume könnten zu einer Frequenzsteigerung beitragen. «Das Kornhaus hat zwar ideale Räumlichkeiten für unsere Zwecke, aber Tagesstrukturen sollten in unmittelbarer Nähe der Schulräume angeboten werden.»