Rudolfstetten
Es geht um 1 Million: APK geht gegen Rudolfstetten vor Bundesgericht

Der Streit um Nachzahlungen zwischen der Aargauischen Pensionskasse (APK) und Rudolfstetten wird vom Bundesgericht entschieden. Die APK will mehr Geld und mit dem Weiterzug einige Grundsatzfragen klären.

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Geld aus Rudolfstetten ist am APK-Domizil in Aarau eingetroffen. MHU

Geld aus Rudolfstetten ist am APK-Domizil in Aarau eingetroffen. MHU

AZ

Auf Anfang 2008 erfuhr die APK grundlegende Neuerungen mit dem Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat und der Ausfinanzierung bei gleichzeitigem Wegfall der Staatsgarantie. Infolge dieser Änderungen entschieden sich rund vierzig Arbeitgeber zu einem Austritt aus der APK. Einer davon ist die Gemeinde Rudolfstetten.

Die APK überwies damals die vollen Vorsorgekapitalien für die Aktiven und Rentner an die neuen Vorsorgeeinrichtungen. Die ausgetretenen Arbeitgeber ihrerseits haben eine vertragliche und reglementarische Nachschusspflicht, müssen also den Fehlbetrag gegenüber der APK ersetzen, wie die APK betont.

APK fordert 1,15 Millionen Franken

Die ausgetretene Gemeinde Rudolfstetten dagegen bestritt jegliche Nachschusspflicht und wurde von der APK eingeklagt. Im vergangenen Oktober wies das Aargauische Versicherungsgericht die Klage der APK jedoch grösstenteils ab. Es entschied, Rudolfstetten habe bloss rund 103000 Franken plus die angelaufenen Verzugszinsen nachzuzahlen - die APK hatte 1,15 Millionen Franken mehr gefordert.

Nach eingehender Analyse des kantonalen Urteils hat die APK nun beschlossen, dieses an das Bundesgericht weiterzuziehen. Man sei damit bestrebt, „einige Grundsatzfragen um die Höhe der Nachschusspflicht durch einen höchstrichterlichen Entscheid beantworten zu lassen", begründet die APK den Weiterzug. Die Dimension der komplexen, grundsätzlichen Fragestellungen verlange im Interesse der heute angeschlossenen Arbeitgeber und Versicherten dieses Vorgehen. (mf)