Dottikon

«Es fehlt noch etwas...» – Pius Wietlisbach ist fast fertig mit seiner Krippe im Hübel

Schulhausabwart Pius Wietlisbach liebt es, «sein» Schulhaus Hübel weihnachtlich zu schmücken. Christian Breitschmid

Schulhausabwart Pius Wietlisbach liebt es, «sein» Schulhaus Hübel weihnachtlich zu schmücken. Christian Breitschmid

Pius Wietlisbach ist Schulhausabwart mit Leib und Seele. Das alte Dottiker Schulhaus Hübel bezeichnet er als «mein Heimetli». Und wie jeder Eigenheimbesitzer hegt und pflegt er das Gebäude und das ganze Umgelände mit sehr viel Hingabe und Liebe zum Detail.

Seit 27 Jahren ist er als Hauswart im Hübel dafür zuständig, dass alles funktioniert und die Schule immer tadellos aussieht. Dafür ist ihm kein Aufwand zu gross. Gerade in der Adventszeit ist es dem Vater von vier Kindern, der selbst aus einer Familie mit zwölf Kindern stammt, sehr wichtig, eine schöne, weihnächtliche Stimmung zu verbreiten.

«Angefangen hat es vor zehn Jahren. Da habe ich aus Holzstämmen grosse Kerzen gesägt und sie hier im Schulhaus aufgestellt», erzählt der gelernte Zimmermann. In den folgenden Jahren kamen immer mehr Objekte dazu. Vor zwei Jahren begann er dann, die ersten Figuren aus Tannenholz zu sägen.

Unbehandelte Schönheit

Die Schulkinder im Hübel verfolgten Wietlisbachs Treiben aufmerksam. «Es kamen immer wieder Kinder zu mir und sagten: ‹Da fehlt aber noch etwas...› Also habe ich sie gefragt, was denn noch fehle, und so machte ich für dieses Jahr noch eine Maria, einen Hirten mit Stab, ein Eseli und das Chrippli.» Nach dem Jesuskind befragt, das ja auch noch in die Krippe gehöre, lacht der Holzbildhauer und sagt: «Ich habe den Kindern schon gesagt: ‹Da könnt ihr nun selber etwas hineintun.›»

Das Faszinierende an Wietlisbachs Figuren, ist ihre einfache, ungekünstelte Art. Für jede Figur macht er sich eine einfache Schablone, deren Konturen er dann mit der Stich-, Band- oder auch Motorsäge «mehr oder weniger nachfährt», wie er selber sagt. Weiter wird das Holz nicht behandelt, weder gefeilt noch bemalt oder lackiert. Es stellt ganz natürlich das dar, was es darstellt.

Wenn die 177 Kinder, die derzeit im Hübel zur Schule gehen, sich an seinen Figuren und der Dekoration ihres Schulhauses erfreuen, dann hat Wietlisbach sein Ziel erreicht. «Ich mache diese Sachen ja alle in meiner Freizeit. Aber mir macht es Freude, weil es mir zeigt, dass man auch als Schulabwart etwas für die Kinder tun kann.» Da Vorbilder die besten Lehrer sind, kann dieser Hauswart sehr stolz auf sich sein.

Autor

Christian Breitschmid

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