Wohlen

«Es darf kein Fehler passieren» – doch auch hier kann das Christkind fliegen lernen

Die Premiere von Monti’s Variété überzeugt durch Charme, atemberaubende Artistik und gutes Essen.

Grosse rote Christbaumkugeln und winzige goldene Lichter weisen den Weg. Sie führen nicht nur zum Winterquartier des Circus Monti, sondern entführen die Gäste für einen Abend in ein Winter-Wunderland.

Festlich empfangen von Conférencier Bart Soroczynski und seinem Assistenten Gerardo Tetilla streift man mit dem Mantel den Alltag an der Tür ab. Die beiden Figuren führen mit Witz (Bart) und Herzlichkeit (Gerardo) durch den Abend.

Kaum zu glauben, dass sie nie zuvor zusammen auf der Bühne standen. Ein Glücksgriff der Zirkusfamilie Muntwyler. Doch die beiden Charmeure sind lediglich der Einstieg in einen Abend voll Wunder.

Auf dem Schleuderbrett serviert

Vier Gänge erwarten die Zuschauer in der grossen Trainingshalle, die durch weihnachtliche Dekoration und Hunderte Lichter nicht mehr zu erkennen ist. Der imposante Chef de Service leitet seine von Artisten unterstützten Elfen, die für das leibliche Wohl sorgen.

Leichte Speisen sind es, denn dazwischen sorgen die Artisten für Adrenalin, insbesondere das junge schwedisch-finnische Team Aaron Hakala und Lukas Ivanov. Ihre rasanten und witzigen Einlagen bauen Erwartungen auf, die sie bei ihrem Hauptakt, dem Schleuderbrett mitten unter den Zuschauern, nicht enttäuschen.

Unglaublich präzise müssen sie sein, so nahe am Publikum darf kein Fehler passieren. Mit scheinbarer Leichtigkeit katapultieren sie sich gegenseitig hoch über die Köpfe der rund 160 Gäste. Selbst Zuschauer vom Fach zeigen sich beeindruckt. Staunen, Kichern, Lachen und Strahlen, das ist das Ergebnis an sämtlichen Tischen.

Doch nicht nur das rasante Schleuderbrett imponiert, auch alte Zirkusdisziplinen lassen die Gäste ungläubig schlucken: Die Amerikanerin Laura Lippert lässt sich an ihren Zöpfen in die Höhe ziehen und paart das mit Kontorsion.

Ulla Tikka und Andreas Muntwyler zeigen sinnliche Luftakrobatik und wissen immer wieder aufs Neue mit ihrem Seiltanz, für den sie gut bekannt sind, zu entzücken. Vereint durch die Musik des Wohlers Lukas Stäger, der eine Band samt Sängerin Sarah Huber anführt und Bekanntes von «Let it snow» bis «Hells Bells» auftischt, ergibt das einen wunderbar vorweihnachtlichen Abend.

Ein weiterer Beweis für die Kreativität der Monti-Köpfe. Elf Vorstellungen sind es dieses Jahr, und schon vor der Premiere waren mehr Plätze ausverkauft, als die fünf Vorstellungen des Vorjahres überhaupt geboten haben. Das Variété findet Anklang. Bei dem liebevollen und ebenso witzigen wie atemberaubenden gut viereinhalbstündigen Gesamtkunstwerk ist das alles andere als ein Wunder.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1