Nun kann man sich ein Bild machen. Die Windpark Lindenberg AG zeigt in drei Visualisierungen aus verschiedenen Blickwinkeln, wo die vier Windkraftwerke dereinst zu stehen kommen könnten und vor allem, wie das dann aussehen würde.

Neu sind aber nicht nur die Visualisierungen selbst, sondern auch die Standorte, an denen die vier Rotoren aufgestellt werden sollen. Der genaue Anlagentyp steht seit Anfang Mai fest (die AZ berichtete).

Viele verschiedene Interessen

Die vier Standorte befinden sich alle auf Beinwiler Boden. Und zwar sollen die vier Anlagen jeweils in Zweiergruppen nördlich und südlich des Groderwaldes zu stehen kommen. Die ausgearbeiteten Standorte liegen rund 400 Meter weiter südlich, als dies in der ursprünglichen Projektidee vorgesehen war.

Dies führt dazu, dass die nördlichste Windenergieanlage nun weiter ausserhalb des Sichtfeldes der Siedlung Hämikerberg zu liegen kommt. Rund 1400 Meter Abstand weist der Windpark nun zu den nächsten Häusern dieser Siedlung auf. Gleichzeitig wurde das in der Begleitgruppe genannte Anliegen aufgenommen, die Windenergieanlagen in grösserer Distanz zu den Grundwasserfassungen zu planen, obwohl die alte Planung die gesetzlichen Anforderungen erfüllt hätte.

Die genaue Positionierung war kompliziert, schreibt die Windpark Lindenberg AG in einer Mitteilung. «Ausschlusskriterien wie Waldgebiete, Abstände zu bestehenden Richtstrahlkorridoren und Grundwasserschutzzonen um Quell- und Grundwasserfassungen schränken das Projektgebiet stark ein.»

Sicht vom Restaurant Rössli in Beinwil.

Sicht vom Restaurant Rössli in Beinwil.

Sie führen eine ganze Liste von Interessen auf, die berücksichtigt werden mussten: «Bundesinteressen der militärischen Flugsicherung und der Meteo Schweiz, Lärmschutz sowie weitere Abwägungskriterien wie z. B. Sichtachsen von Siedlungen und Schattenwurf».

Durch die zusätzliche Berücksichtigung all der Interessen aus der Begleitgruppe hat die Planung «definitiv einen anderen Charakter als eine rein technische Planung». Im Verlaufe des folgenden anderthalbjährigen Planungsprozesses wird sie weiterentwickelt und muss die umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfung des Kantons bestehen.

Hier sollen sie zu stehen kommen.

Hier sollen sie zu stehen kommen.

Etwa 2021 vor «Gmeind»

Parallel zur rein technischen Planungsarbeit wurden Umweltdaten für die Umweltverträglichkeitsprüfung erhoben. Der Bericht daraus, inklusive Schutz-, Wiederherstellungs- und Ausgleichsmassnahmen, werden dem Kanton zur Genehmigung vorgelegt.

Ab Herbst 2019 kann die Bevölkerung am Mitwirkungsverfahren teilnehmen, das von einer Ausstellung begleitet wird. Voraussichtlich im Frühling 2020 ist die Stellungnahme des Kantons zu den Umweltfragen zu erwarten, wonach das Projekt überarbeitet und nochmals vom Kanton geprüft wird.

Auch von der Dorfausfahrt Geltwil her wäre der Windpark gut zu sehen.

Auch von der Dorfausfahrt Geltwil her wäre der Windpark gut zu sehen.

Dann kann der Antrag zur Nutzungsplanänderung an die Gemeinde Beinwil gestellt werden, die als Standortgemeinde das letzte Wort hat. «Nach jetzigem Planungsstand kann die Gemeindeabstimmung voraussichtlich Mitte 2021 erfolgen», hofft die Windpark Lindenberg AG.

Mehr Infos zu den vier Standorten gibts online unter www.windpark-lindenberg.ch