Die Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen der Bez-, Sek-, und Realschule sowie der Berufswahlschulen von Muri, Merenschwand und Boswil können Ende August als erste vom Projekt «Berufe Muri+» profitieren. Im Rahmen des Berufsbildungsprojekts öffnen 53 Betriebe – überwiegend in Muri, aber auch in Merenschwand und Boswil – erstmals ihre Türen für 245 Schüler aus 17 Klassen. 57 Berufe werden vorgestellt. Mit so grossem Interesse haben die Organisatoren aber nicht gerechnet. «Wir waren überrascht, wie viele Betriebe und Schüler sich für das Projekt angemeldet haben», sagt Robert Barrer, Initiator und Präsident der Industrievereinigung Muri.

Dualen Bildungsweg stärken

«Berufe Muri+» soll den Jugendlichen erste Einblicke in Berufe geben, die in der Region angeboten werden. Am 27. und 28. August kann jeder Schüler sechs Betriebe besuchen. «Die Jugendlichen sollen zuerst die Berufe erkunden können, bevor sie sich für eine Schnupperlehre bewerben», sagt Barrer. Ausserdem soll so der duale Bildungsweg gestärkt werden. «Der akademische Weg ist nicht der einzige», betont Burkhard Kreyenbühl, Präsident des Gewerbevereins Muri. «Eine Berufslehre kann mit einer Berufsmatur kombiniert werden, und es sind nach einer Lehre Weiterbildungen möglich.»

Der Besuch der Betriebe ist laut Kreyenbühl auch eine Horizonterweiterung für jene, die den akademischen Weg einschlagen. Und: Sogar die Lehrer haben Interesse an den Vorstellungen der Berufe gezeigt. Deshalb dürfen auch die Lehrpersonen an den Präsentationen der Berufe teilnehmen. «So können sie sich ein Bild machen, und Schüler bei der Berufswahl unterstützen», sagt Hubert Anderhub, Schulleiter der Schulen Muri. «Berufe Muri+» hat noch ein Ziel: Mann will Talente in der Region behalten. Ganz nach dem Prinzip «Aus der Region, für die Region» möchten die Freiämter Gewerbetreibenden die jungen Talente für sich gewinnen, statt sie an ausserkantonale Betriebe zu verlieren.

«Den Jugendlichen soll die Möglichkeit einer Berufsausbildung «zu Hause» vor Augen geführt werden», sagt Barrer. «Wer weiss, vielleicht können wir für unsere Betriebe zukünftige Talente entdecken.» Einige Betriebe können über mangelndes Interesse nicht klagen und haben über 60 Anmeldungen erhalten.

Ein Gemeinschaftsprojekt

Barrer war es zwar, der die Idee zum Projekt hatte. «Ohne die enge Zusammenarbeit mit den Schulen wäre das aber nicht möglich gewesen.» Anderhub betont: «Die Vorbereitungen waren aufwendig, alles musste speditiv über die Bühne gehen.» Die Koordinierung der Anmeldungen der Betriebe und Schüler bedeutete für den Schulleiter und das Schulsekretariat viel Arbeit. Auch die Betriebe müssen entsprechende Vorbereitungen für die Besuchstage treffen. Für die Präsentationen sind sie selber verantwortlich. Läuft das innovative Projekt nach Plan, soll es in Zukunft jährlich stattfinden.