«Bildungslücke im Aargau: Nein danke!» – so lautet das Fazit der Murianer Bezirksschulklasse 1a. Mit grossem Eifer und politischem Interesse wehren sich die Jungen und Mädchen derzeit gegen die geplanten Sparmassnahmen des Aargauer Regierungsrats.

Dieser will zwischen 2015 und 2018 rund 74,5 Millionen Franken auf Kosten der Bildung einsparen. Das Abschaffen der Einschulungsklassen, die Anhebung der Klassengrössen, der Wegfall des Werk- und Berufswahljahres und eine Reduktion der Begabtenförderung sind nur einige der einschneidenden Massnahmen des Kantons.

Die Oberstufenschüler von Muri stimmen besonders die geplanten Streichungen und Kürzungen bei den Wahlfächern traurig. Sie sind der erste Jahrgang, der von den Sparmassnahmen des Kantons betroffen wäre. Laut den Plänen des Regierungsrats sollen die Wahlfächer Theater, Französisch-Konversation, Englisch-Workshop, Politik und Photoshop ganz wegfallen. Bei den Fächern Informatik und Italienisch sollen die Anzahl Lektionen gekürzt werden.

Schüler geben sich kämpferisch

«Die Themen der Wahlfächer sind sehr spannend und bieten einen tollen Ausgleich zum normalen Schulunterricht», sind sich Noemie, Anja und Jana einig. Die drei Schülerinnen waren es, die den Widerstand gegen die Pläne des Kantons ins Rollen brachten, als ihnen bei der Präsentation der verschiedenen Wahlfächer auch gleich mitgeteilt wurde, dass es diese vielleicht bald nicht mehr gibt. Einstimmig beschlossen die Schülerinnen und Schüler im Klassenrat, sich gegen die geplanten Sparmassnahmen zur Wehr zu setzen.

Dafür hat sich jedes Klassenmitglied Argumente gegen die Pläne des Regierungsrats überlegt. Diese wurden gesammelt und anschliessend über die besten Vorschläge abgestimmt. So entstand ein ansprechendes, überzeugendes Argumentarium mit vier Hauptpunkten, zu denen die Mädchen und Jungen passende Beispiele formulierten. All dies taten sie ohne die Hilfe ihres Lehrers Peter Hochuli. Dieser ist stolz über die kämpferische Natur seiner Schüler und fügt an: «Ich kann mich glücklich schätzen, eine so tolle und motivierte Klasse zu haben, die sich für ihre Zukunft einsetzt.»

Ein wichtiges Zeichen setzen

Um ihrem Anliegen eine noch stärkere Wirkung zu verleihen, startete die Klasse zudem eine Unterschriftenaktion und deponierte ihr Anliegen auch im Schülerparlament, wo jede Schulklasse einen Delegierten stellt. Die Schüler sammelten nicht nur in der eigenen Gemeinde Unterschriften, sondern baten auch in den umliegenden Dörfern um Unterstützung.

So sind bislang 241 Unterschriften von Erwachsenen und 125 von Kindern zusammengekommen. Dass die Klasse mit ihrem Anliegen nur wenig politisches Gewicht hat, ist den Mädchen und Jungen natürlich bewusst. Trotzdem ist Peter Hochuli überzeugt: «Die Schüler haben zwar kein politisches Stimmrecht, doch sie setzen mit ihrer Aktion ein wichtiges Zeichen.»

Noch bis 23. März will die Bezirksschulklasse ihre Unterschriftenaktion weiterführen. Dann will sie ihr Anliegen mit den gesammelten Stimmen beim Regierungsrat in Aarau deponieren. Dann bleibt den kämpferischen Schülern aus Muri nur noch zu hoffen, dass die Kantonsregierung ihre Sparmassnahmen auf Kosten der Bildung noch einmal überdenkt.