Die Pläne des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) haben sich nicht geändert: Früher oder (eher) später soll auf dem Knoten Mutschellen entweder die Bahn oder der Individualverkehr unter die Erde verbannt und damit definitiv getrennt werden.

Diese Absicht hat der Kanton im Frühling 2014 erstmals konkret geäussert, als er eine Studie präsentierte, die in Zusammenarbeit mit den drei Mutschellengemeinden Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen in Auftrag gegeben worden war.

Bis dahin soll sich an der Situation auf der stark befahrenen Kreuzung nichts ändern, findet das Departement Bau, Verkehr und Umwelt und hat deshalb zusammen mit den Gemeinden Widen und Berikon gegen den Entscheid des Bundesamts für Verkehr (BAV) vom 18. Juli Beschwerde eingereicht.

Das BAV hatte damals die Einsprachen der Mutschellen-Gemeinden gegen die geplanten Barrieren an vier Übergängen der Bremgarten-Dietikon-Bahn abgelehnt. Diesen Entscheid zieht das BVU jetzt an die nächste Instanz weiter.

Mit einer Barriere, so der Kanton, werde das Problem auf dem Knoten weiter verschärft. Weil die Autos noch länger stehen müssten als jetzt mit der Lichtsignalanlage, gäbe es in den Stosszeiten noch mehr Stau.

Trambetrieb gibt Sicherheit

Für das Bundesamt für Verkehr gelten Bahnübergänge nur dann als sicher, wenn sie mit Barrieren ausgestattet sind oder wenn die Züge im Trambetrieb fahren. Das heisst, sie dürfen den entsprechenden Knoten nur so schnell überqueren, dass sie auf Sichtweite anhalten können. Für diesen Trambetrieb votieren Kanton und Gemeinden. Die BDWM als Betreiberin der Bahn sieht jedoch den Fahrplan gefährdet, wenn ihre Züge auf dem Mutschellen langsamer fahren müssen.

Ein Argument, das für den Kanton nicht sticht: «Wenn die Staus auf der Strasse noch länger werden, sind davon auch die Buslinien betroffen. Wenn sie ihre Anschlüsse an die Bahn nicht mehr gewährleisten können, erweisen wir damit dem öffentlichen Verkehr keinen guten Dienst», sagt Kantonsingenieur Rolf H. Meier. Für die betroffenen Gemeinden und die Anwohner bedeuteten mehr Stau zudem mehr Lärm, mehr Schadstoffemissionen und insbesondere auch mehr Ausweich- und Schleichverkehr durch die Wohnquartiere.

Berechnungen zeigten, so das BVU, dass mit dem Trambetrieb die Leistungsfähigkeit am Knoten Mutschellen für den Individualverkehr und damit auch für die Busse erhöht werde.
Parallel zur Beschwerde forciere der Kanton das Projekt zur baulichen Entflechtung des Knotens.

Für das Projekt würden Varianten geprüft, in denen entweder die Strasse oder die Bahngeleise tiefergelegt würden. Diese bauliche Entflechtung auf zwei Verkehrsebenen führe zu mehr Verkehrssicherheit. Den Planungs- und Realisierungshorizont für das Umbauprojekt sieht das Departement Bau Verkehr und Umwelt bei «voraussichtlich 10 bis 15 Jahren».