Wohlen

Erst die grosse Stille, dann die grosse Einigkeit

Die Wahlzettel für das neue FGPK-Mitglied werden eingesammelt. Claudio Thoma

Die Wahlzettel für das neue FGPK-Mitglied werden eingesammelt. Claudio Thoma

Alle Kreditabrechnungen wurden genehmigt. Die dringliche Motion für mehr Schulraum in Anglikon hingegen abgelehnt.

Noch selten hat man den Wohler Einwohnerrat so einstimmig erlebt wie gestern Abend. 37 von 40 Räten waren anwesend, als Gemeindeammann Arsène Perroud die Medienmitteilung des Gemeinderats zum aufsichtsrechtlichen Verfahren der Gemeinde Wohlen und der abschliessenden Einigung mit Walter Dubler verlas. Man hätte eine Stecknadel zu Boden fallen hören können im Casinosaal Wohlen.

Ob Antragsteller Harry Lütolf mit der Beantwortung seiner Anfrage betreffend Kosten für die Steuerzahlenden der Gemeinde Wohlen für Untersuchungen in der Gemeindeverwaltung und für das erfolglose Strafverfahren gegen den vormaligen Gemeindeammann Walter Dubler so einverstanden ist, wird sich allerdings erst zeigen, wenn diese Antwort im neuen Jahr als Traktandum auf der Liste des Einwohnerrats steht. Und dieses wird passieren, dessen hat sich CVP-Präsident Lütolf gleich nach Perrouds Vortrag beim Gemeinderat versichert.

Rücktritt von Magdalena Küng

Dafür gingen die weiteren Geschäfte des Abends umso zügiger über die Bühne, auf welche Einwohnerratspräsident Edwin Brunner zuerst noch seine Ratskollegin Magdalena Küng von den Grünen bat. Er hatte nämlich die traurige Pflicht, sie aus ihrem Amt zu verabschieden. Da ihr berufliches Engagement sich nicht mehr mit dem politischen vereinbaren lasse, müsse sie schweren Herzens als Einwohnerrätin zurücktreten, verlas Brunner. Mit warmem Applaus wurde Küng von ihren Ratskollegen verabschiedet und für fünf engagierte Jahre verdankt. Ebenfalls mit Applaus hiessen die Räte nach der Abstimmung das neue Mitglied der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission, Andreas Eberhart von der SVP, willkommen.

Zehn Kreditabrechnungen wurden allesamt einstimmig gutgeheissen: die Gesamtrevision der Satzungen des Regionalplanungsverbandes Unteres Bünztal, der Kauf der Fisher Scientific AG mit Umgelände, der Ersatz des Kunstrasens im Sportzentrum Niedermatten, die Erneuerung der Kanalisation und Sanierung des Schützenmattwegs, die Sitzstufen an der Bünz, die Neuanlage Urnenfeld und Anpassung Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof, die Beschaffung einer neuen Kommunikationsanlage, die Neugestaltung des Parkplatzes beim Sternenplatz, die Sanierung der Haustechnik im Bünzmattschulhaus und die Umsetzung der Schulraumplanung.

Kein Schulraum für Anglikon

Mehr Schulraum für Anglikon verlangte eine Motion der CVP-Fraktion. Der Schulraum in Wohlen werde immer knapper, hinter dem Schulhaus in Anglikon habe die Gemeinde noch 45 Aren Land, die genau dafür reserviert worden seien, erläuterte Harry Lütolf. Doch Gemeinderat Thomas Burkard hielt fest, dass der Gemeinderat die Schulraumplanung für die ganze Gemeinde und nicht für einzelne Quartiere mache. «Anglikon ist gebaut», betonte Burkard und meinte damit, dass die Schülerzahlen da nicht mehr höher stiegen als prognostiziert. Auch wenn einige Votanten dafür plädierten, die Lage in Anglikon genau zu beobachten, unterlag die CVP mit ihrer Motion dennoch mit 23 zu 9 Stimmen.

Meistgesehen

Artboard 1