Für einmal riecht es nicht nach Tinte, sondern nach frischer Farbe, wenn man das Tattoo-Studio Prison Art Tattoo von Domenic Franco an der Zentralstrasse 34 in Wohlen betritt. «Es fehlt eigentlich nur noch der letzte Schliff», konstatiert Franco, der kurz vor der Neueröffnung seines Studios steht. Der neue Boden ist verlegt, die Wände gestrichen, jetzt muss nur noch das Gitter montiert werden, das den Tattoo-Bereich vom Rest des Studios abtrennt und ihm den Charakter einer Gefängniszelle geben soll – wobei sich das Image von Tätowierungen längst von Seefahrern und Häftlingen losgelöst hat.

Baustelle als Herausforderung

Die Zentralstrasse 34 ist bereits der dritte Ort in Wohlen, wo Franco sein Studio betreibt. Er freut sich darauf, wenn alle Sachen endlich wieder eingeräumt, die Bilder aufgehängt und alles an seinem angestammten Platz angekommen sein wird. «Ich bin froh, wenn wieder Normalbetrieb herrscht, diese Baustelle ist eine grössere Herausforderung als jedes Tattoo, das ich je gestochen habe», witzelt Franco. Trotz Baustelle arbeitet der Tintenkünstler weiter. Eine junge Frau sitzt auf dem Stuhl, um ihr angefangenes Tattoo vollenden zu lassen.

Der Tätowierer, der ursprünglich eine solide Grundausbildung als Sanitärinstallateur gemacht hat und dann mit 24 Jahren seinen Kindheitstraum vom eigenen Tattoo-Studio verwirklichte, ist nun schon seit acht Jahren im Kellergeschoss der Zentralstrasse, doch jetzt war die Zeit reif für frischen Wind. Für Franco ist sein Beruf zugleich seine grosse Leidenschaft. Das Befriedigendste an seiner Arbeit sei, dass er den Leuten eine Freude bereiten könne und sie dann mit seinen Bildern geschmückt rumlaufen. Sie tragen dann sozusagen seinen persönlichen Stempel.

Bekannte Künstler-Freunde

Domenic Franco pflegt einen regen Austausch mit amerikanischen Tattoo-Künstlern, die in der Szene zum Teil Weltbekanntheit erlangt haben. Sie haben sich vor Jahren an der Londoner Tattoo-Convention kennen und schätzen gelernt. Am Tag der Neueröffnung von Prison Art Tattoo am Samstag, 13. Mai, wird der Künstler Big Tiny aus Los Angeles anwesend sein und mit Franky, wie Domenic Franco sich als Künstler nennt, gemeinsam einen Freiwilligen tätowieren.

Zeitaufwendige Kunstwerke

Auf seine Stammkundschaft angesprochen, berichtet Franky: «Ich habe etwa zehn Kunden, die mehr oder weniger alle zwei Wochen kommen. Die haben ein klares Konzept im Kopf, wie ihr Tattoo am Ende einmal aussehen soll. Dieses Gesamtkunstwerk wollen sie schrittweise vollenden lassen, was manchmal sehr zeitaufwendig ist.»

In gut zwei Wochen steht der Tag der Neueröffnung samt Show-Tätowieren und Wettbewerb vor der Tür. Vielleicht überwinden dann auch ein paar neugierige Besucher ihre Angst vor Nadeln und setzen sich vertrauensvoll auf Frankys Stuhl.

Wiedereröffnung Samstag, 13. Mai, 11 bis 20 Uhr, Zentralstrasse 34, Wohlen.