Bremgarten

Erst 8 Prozent erreicht: Badi-Abo-Projekt droht Schiffbruch

Die Renovationsarbeiten am Hallenbad laufen auf Hochtouren – die Eintrittspreise werden wegen der Reparaturarbeiten künftig steigen. Dominic Kobelt/Archiv

Die Renovationsarbeiten am Hallenbad laufen auf Hochtouren – die Eintrittspreise werden wegen der Reparaturarbeiten künftig steigen. Dominic Kobelt/Archiv

Die Unterstützung für das Crowdfunding-Projekt für das Hallen- und Freibad Isenlauf ist bisher bescheiden.

Die Stadt Bremgarten hat für das Hallen- und Freibad Isenlauf ein Crowd-funding-Projekt lanciert. Wenn bereits vor Saisonbeginn Jahresabos im Wert von 600 000 Franken verkauft werden, können Frühentschlossene von saftigen Rabatten von bis zu 80 % profitieren. Ein Jahr Badespass kostet für Kinder 50, für Jugendliche 75, für Erwachsene 100 und für Familien 250 Franken. Bis gestern wurden für rund 45 000 Franken knapp 340 Abos verkauft. Damit stehen die Chancen, dass die gesetzten 600 000 Franken erreicht werden, denkbar schlecht.

Erst 7,3 Prozent erreicht

Eine jährliche Studie der Hochschule Luzern befasst sich mit dem Crowdfunding, respektive Crowdsupporting, wie die Experten es nennen, wenn man für seine Investition eine einmalige Gegenleistung wie ein Saisonabo erhält. Die Studie kommt zum Schluss: «Es gibt nur wenige Crowdfunding-Kampagnen, welche ihre Finanzierung ‹knapp› nicht schaffen. 85 Prozent der gescheiterten Kampagnen haben weniger als 30 Prozent der angestrebten Finanzierung erreicht, 50 Prozent der gescheiterten Projekte haben nicht einmal 10 Prozent der Zielsumme sammeln können.» In Bremgarten steht man bei 7,3 Prozent.

Eine weitere Erkenntnis: Die ersten Tage einer Kampagne sind entscheidend. Erste Indizien, ob sie gelingen wird, zeichnen sich bereits innert 24 Stunden ab. Kampagnen, welche nach einem Drittel der Finanzierungslaufzeit bereits 40 Prozent ihrer Zielsumme erreicht haben, verlaufen in fast 99 Prozent aller Fälle erfolgreich, hält die Studie fest. Ein Drittel der Laufzeit ist für das Bremgarter Projekt genau heute, am 6. Januar, erreicht. Von den 40% Prozent, also 240 000 Franken, ist man noch weit entfernt.

Die Idee hat sich Bremgarten in Saas-Fee abgeschaut. Das Skigebiet hat auf rückläufige Besucherzahlen reagiert und Abonnemente für 222 Franken (eine Saison), für 622 Franken (drei Saisons) und für 2999 Franken (15 Saisons) verkauft. Nach 75 000 verkauften Abos machten die Verantwortlichen die Zusage, dass das Projekt zustande kommt. Was wurde in Saas-Fee anders gemacht? Augenscheinlich hatte das Projekt viel mehr Publizität erhalten. Die Bekanntheit eines Projekts ist laut Studie ein entscheidender Faktor.

Trotzdem gibt es noch Hoffnung für die Badegäste: In Bremgarten selbst hat sich die Idee herumgesprochen, die Unterstützung der umliegenden Gemeinden fehlt aber noch. Wohl wegen der Festtage hat noch keine Freiämter Gemeinde einen Hinweis auf ihrer Website aufgeschaltet. Dabei wäre besonders für auswärtige Besucher ein Jahresabo attraktiv. Damit die Idee umgesetzt werden kann, braucht es jetzt aber einen grossen Effort.

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