Villmergen

Ernüchterung nach dem «Proschtfäscht»: Weltrekord wird nicht anerkannt

Mitglieder vom Club der Hopfenfreunde beim Villmärgerle

Mitglieder vom Club der Hopfenfreunde beim Villmärgerle

Der Traum vom Weltrekord im Prosten ist für die Villmerger geplatzt. Das Guiness-Komitee hat entschieden, das die Zahl der Teilnehmer zählt, nicht aber die Prosts. Beim vermeintlichen Weltrekord wurden nicht weniger als 32 455 Prosts gezählt.

Eine kleine Welt brach zusammen – zumindest für den Club der Hopfenfreunde und die Teilnehmer des «Prostfäscht», das Ende August in Villmergen stattgefunden hat.

Viele trinkfreudige Bürgerinnen und Bürger trafen sich damals zu einem geselligen Fest, um den Weltrekord im Prosten – Fachbegriff «Villmärgerle» – aufzustellen. Um das katholische Kirchgemeindehaus versammelte sich Gross und Klein, prostete sich mit allerlei Getränken zu und sammelte fleissig sogenannte Prostkleber.

Guiness-Komitee anerkennt den Prost-Weltrekord der Villmerger nicht an

Guiness-Komitee anerkennt den Prost-Weltrekord der Villmerger nicht an

Nach zwei Stunden wurden sage und schreibe 32 455 Prosts verzeichnet. Doch: obwohl die 537 Teilnehmer prosteten, was die Gläster hergaben, wurde ihnen der Weltrekordtitel versagt. Das Guiness-Komitee in London hat nach langem hin und her entschieden, dass ausschliesslich die Anzahl Teilnehmer, nicht aber die Anzahl Prosts von Bedeutung seien. «Es war eine Sache von sprachlichen Feinheiten», sagt Matthias Walti vom Club der Hopfenfreunde.

Soziales und Spass im Vordergrund

Dabei standen die Chancen auf einen Weltrekord zu Beginn recht gut. «Guinness World Records» hat dem Unterfangen sogar einen internationalen Namen verpasst: «the whole village is clinking glasses» – das ganze Dorf stösst an. Weil aber eine amerikanische Baseball-Mannschaft einen ähnlichen Rekord mit 34 000 Leuten durchführte, gingen die Villmerger leer aus.

Dass die Villmerger die geforderte Einwohnerzahl rein technisch gar nicht aufbringen können und sich darum auf die Anzahl des Prostens fokussiert haben, wurde von den Engländern leichtfertig übersehen – man könnte fast sagen missinterpretiert und falsch verstanden. Für ihre Leistung müssen sich die Villmerger selber ein Krönchen binden.

Weltbewegend wäre der Rekord sowieso nicht gewesen. Im Vordergrund stand ohnehin das soziale Zusammensein und die Villmerger Tradition. «Es war eines der besten Feste, das Villmergen seit Jahren hatte», so Matthias Walti. Er schaut auf einen friedlichen und erfolgreichen Anlass zurück. Ein weiterer ist vorerst nicht geplant. Das nächste Fest werde spontan organisiert, sagt Walti. Der Traum vom Weltrekord ist geplatzt; als Trost bleibt jedoch die schöne Erinnerung.

Villmergen versucht den Weltrekord im Prosten aufzustellen

Villmergen versucht den Weltrekord im Prosten aufzustellen

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