Die unendliche Geschichte um die Sportanlagen in Tägerig geht weiter: Nachdem die Gemeindeversammlung vor einem Jahr klar ja gesagt hat zu einem neuen, grösseren Fussballplatz und einem Beachvolleyballfeld, neuen Duschen und Parkplätzen, wurde dagegen das Referendum ergriffen. Die Vorlagen wurden mit jeweils etwa 20 Stimmen Unterschied bachab geschickt.

An der Gemeindeversammlung diesen Juni präsentierte der Gemeinderat ein überarbeitetes Projekt: Die Vorlage wurde abgespeckt und die Finanzierung neu geregelt. Anstatt den Vereinen Geld zu sprechen, sollte jetzt die Gemeinde als Bauherrin auftreten. Die Behörden zeigten sich überzeugt, nun auch die Bedenken der Gegner ausgemerzt zu haben. Die Stimmberechtigten hiessen die Vorlage erneut mit grossem Mehr gut. Die Duschanlagen erreichten sogar 202 Ja-Stimmen, womit der Entscheid endgültig ausfiel. Die anderen Projekte verpassten die Marke von 191 Stimmen teilweise knapp, womit sie dem fakultativen Referendum unterstanden.

Wie die Gemeindekanzlei Tägerig nun meldet, ist erneut das Referendum gegen Fussballplatz, Beachvolleyballfeld und Parkplätze ergriffen worden. «Das ist Demokratie, auch wenn jetzt viele erzürnt sind», sagt Claudia Oldani vom Referendumskomitee. «Die Vorlage hat sich kaum verändert. Wir sagen nicht nein zu einem Fussballplatz, aber nicht in diesem Ausmass, die wollen das Beste vom Besten.» Die Projekte seien zu teuer, die Gemeinde könne es sich nicht leisten, solche Schulden anzuhäufen, erklärt Oldani.

Enttäuschung ist gross
Wütend ist man auf der Gegenseite nicht, aber enttäuscht. So sagt Gemeindeammann Matthias Moser: «Wir müssen uns dem demokratischen Prozess beugen, aber persönlich bedaure ich diesen Schritt. Jetzt müssen die Stimmbürger entscheiden.» Er frage sich, ob die Gründe, die man bei der ersten Vorlage ins Feld geführt habe, wirklich ehrlich gewesen seien. «Wir wollten Hand bieten, aber offenbar hat das nicht geklappt.»

Auch André Zehnder, Präsident des FC Tägerig, spricht von einer «riesen Enttäuschung»: «Ich kann nur vermuten, dass es diesen Leuten nicht um die Sache geht, sondern um eine persönliche Abrechnung. Das Projekt war von der Gemeinde sehr gut aufgegleist, da hätte man nichts besser machen können.» Was passiert, wenn das Projekt erneut abgelehnt wird? Gemeindeammann Moser sagt: «Für diesen Fall haben wir keinen Plan.» Und Zehnder meint: «Die Zukunft unseres Vereins steht auf dem Spiel. Es hätte sicher einschneidende Konsequenzen.» Trotzdem sieht er der Abstimmung optimistisch entgegen: «Ich spüre diesmal einen grösseren Rückhalt und das Ergebnis war das letzte mal knapp.»