Gegen Festsieger Nick Alpiger war er zwar chancenlos, und auf der Schlussrangliste belegte er hinter Alpiger, Vereinskollege Joel Strebel und dem Däniker Stephan Studinger «nur» den vierten Platz. Dennoch war der Merenschwander Reto Leuthard gestern im Guggibad überglücklich: «Mit der Qualifikation für den Schlussgang konnte ich hier, an unserem Schwingfest, aus dem Schatten meiner sonst meist erfolgreicheren Kollegen treten und den Schlussgang bestreiten. Das ist für mich ein grosser Erfolg. Damit hätte ich nie gerechnet», erklärte er sichtbar stolz.

Leuthard ist nicht der einzige Freiämter, der im Guggibad eine gute Figur gemacht hat. Vorjahressieger Joel Strebel hat den Schlussgang nur aus formalen Gründen verpasst: Er hatte zwar gleich viele Punkte auf seinem Konto wie Vereinskollege Leuthard, musste bei der Qualifikation für den Schlussgang aber hintenanstehen, weil er schon im fünften Gang gegen Alpiger im Sägemehlring gestanden hatte. In der Endabrechnung lag der Aristauer auf dem zweiten Platz, Leuthard klassierte sich auf Rang vier, zusammen mit dem mitfavorisierten Patrick Räbmatter. Dem Uerkheimer war der Guggibad-Schwinget mit drei Siegen und drei Gestellten in den sechs Gängen nicht nach Wunsch gelungen. Er hatte auf dem Platz auch nie angriffig, sondern meist eher verhalten gewirkt.

Mit Yanick Klausner und Andreas Döbeli auf Rang 6 sowie Janik Läuchli und Lukas Döbeli auf Rang 7 hinterliessen am Guggibad-Schwinget, den es seit mittlerweile 60 Jahren gibt und der am Sonntag zum 58. Mal ausgetragen wurde, weitere Freiämter einen guten Eindruck. Insbesondere Lukas Döbeli hat mit seiner Klassierung gezeigt, dass mit ihm nach einer längeren Verletzungspause wieder zu rechnen ist.

Viele gestellte Gänge

Das schlechte Wetter – zeitweise hat es im Guggibad sogar geschneit – war wohl verantwortlich dafür, dass sich vor allem die Favoriten teilweise nicht eben angriffig gezeigt haben. Sie wollten 117 Tage vor dem Eidgenössischen vom 24./25. August in Zug keine Verletzung riskieren und haben sich entsprechend zurückgehalten. So gab es denn auch ungewöhnlich viele gestellte Gänge, viele davon auch mit der tieferen Punktzahl von 8.75.

Mit Nick Alpiger hat einer der vier angetretenen Eidgenossen das Schwingfest gewonnen. Die drei anderen klassierten sich zwar im vordersten Teil der Rangliste, aber nicht unbedingt dort, wo man sie erwarten durfte: Patrick Räbmatter 4b, David Schmid 5a und Christoph Bieri 7e.