Wohlen
Erleuchtender Energie-Tag an der Kanti Wohlen

Die Kantonsschüler aus Wohlen wurden am Energie-Tag mit Referaten für Umweltthemen sensibilisiert. Unter anderem wurde den Schülern erklärt, was das «Energiestadt-Label» bedeutet.

Tim Honegger
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Energietag an der Kanti Wohlen
8 Bilder
Podium am Energietag der Kanti Wohlen
Harvard Din & Tonics (3)
Peter Eberhart Workshop
Peter Eberhart
Schüler während Workshop
Cédric Münger und Arpad Dunai stellen ihre Projektarbeiten - je eine Umfrage zum Atomausstieg - vor
Bernd Gellert, Vizepräsident Alstom

Energietag an der Kanti Wohlen

Andrea Weibel

Keine Hippie-Tänze, kein skandierender Pöbel und keine Strassenmusik. Dass die Aufklärung über Energie- und Umweltthemen heute salonfähig ist und nüchtern vonstattengeht, bewies der Energie-Tag der Kanti Wohlen. In mehr als einem Dutzend Vorträgen liessen sich die Kantischüler über Energie und die Umwelt informieren.

Wohlen als Energie-Vorreiter

Einen der Vorträge hielt Peter Eberhart, Umweltschutz-Beauftragter der Gemeinde Wohlen. Er erläuterte über 20 Schülerinnen und Schülern, was das «Energiestadt-Label» ist und was die Gemeinde Wohlen dafür unternimmt. Konkret würden sämtliche neuen Gemeindegebäude und deren Sanierungen den Minergie-Standard einhalten – darunter drei Schulhäuser.

Das ist allerdings nur eine von unzähligen Massnahmen, die Wohlen für den Erhalt des Labels trifft. Derzeit hat das ehemalige Strohdorf 62 Prozent aller Möglichkeiten der erneuerbaren Energien umgesetzt – für das Label sind nur 50 Prozent notwendig. Obschon Wohlen die erste Freiämter Gemeinde mit dem Label war, ist das Dorf keineswegs heilig: «Eine Studie ergab, dass jede vierte Autofahrt in Wohlen eine kürzere Distanz als 400 Meter aufweist! Da gibt es noch viel Verbesserungspotenzial», meint Eberhart.

Funke für Umweltbewusstsein

Mit solchen Fakten sensibilisierten die Referenten die Kantischüler. «Das Ziel des Anlasses ist, dass die Schüler ein Bewusstsein für die Umwelt erhalten und sich für sie verantwortlich fühlen», erklären die beiden Organisatoren Patrick Stagnoli und Alfred Höfler. Der Kontakt mit Energie-Experten ermögliche ein viel intensiveres Lernen, als wenn der Stoff im regulären Unterricht vermittelt würde. Die zwei realisieren, dass die Energie-Frage ein Kampf gegen Windmühlen ist, doch möchten sie mit dem Energie-Tag wenigstens einen Anfang machen. «Dieser Tag ist nur der Funke – das Brennmaterial muss von den Schülern selbst kommen. Wir können und wollen ihnen keine Lebensweise aufzwingen», erklären Stagnoli und Höfler.

Exzellenz und Umfragen

Nach einem Morgen voller Zukunfts-Szenarien und Energie-Fakten konnten sich die Schüler am Nachmittag zurücklehnen. Zur höchst willkommenen Auflockerung stand ein Auftritt der «Harvard Din & Tonics» auf dem Programm – einer Gruppe aus zwölf Sängern, die von ihrer Universität in Massachusetts aus eine Welttournee gestartet haben. Die Lieder trugen sie a cappella vor und schüttelten dazu lässig Witze aus dem Ärmel. Selten zuvor wurde Exzellenz derart gekonnt mit Humor verbunden. Wer sich die kuriose Truppe ansehen will: Heute tritt die Formation um 20 Uhr im Rondell der Kanti auf.

Zum Abschluss des Tages stellten einige Drittklässler ihre Projektarbeiten zum Thema Energie und Umwelt vor. Im Vordergrund standen dabei zwei Umfragen einerseits von Arpad Dunai und Pascal Würsch, andererseits von Lukas Roth und Cédric Münger. Letztere baten 4000 Kantischüler um ihre Meinung zum Atomausstieg. Das Resultat: Zwei Drittel befürworten den Abschied von der Atomenergie, und ganze 83 Prozent wollen, dass in der Schweiz nie wieder ein AKW gebaut wird. Eine klare Ansage für die zukünftige Energie-Politik.

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