Berikon
Erlebnis Freiamt braucht zur Rettung mehr Solidarität

An der Mitgliederversammlung von Erlebnis Freiamt war die Sicherung des Vereins das Hauptthema. «Mit den Strukturen, die wir heute haben, wird das Ganze in ein paar Jahren versanden», befürchtet Präsident Erich Näf.

Dominic Kobelt
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Beni Kreuzer erklärte die Details zum Projekt «Kultur und Freizeit». kob

Beni Kreuzer erklärte die Details zum Projekt «Kultur und Freizeit». kob

Es wird viel freiwillige Arbeit geleistet im Verein Erlebnis Freiamt. Das breite Angebot – erwähnt seien hier nur der Freiämter-, der Sagen- und der Kinderweg – stützt sich auf die engagierte Arbeit der Mitglieder und des Vorstands.

Die Befürchtung, dass das nicht ewig so weitergeht, ist aber gross: «Mit den Strukturen, die wir heute haben, wird das Ganze in ein paar Jahren versanden», sagte Präsident Erich Näf an der Mitgliederversammlung.

Hauptziel Koordinationsstelle

Damit Kultur und Freizeit im Freiamt nachhaltig gefördert werden können, möchte man ab 2014 eine Koordinationsstelle schaffen. Diese soll dabei helfen, das Freiamt professionell zu vermarkten und kostet jährlich 50 000 Franken.

Bis Ende 2015 wäre das kein Problem: 2012 schloss Erlebnis Freiamt mit dem Kanton einen Vertrag für das Projekt «Kultur und Freizeit» im Rahmen der neuen Regionalpolitik des Bundes (NRP) ab, dessen Hauptziel eben diese Koordinationsstelle ist.

Wenn aber 2016 das NRP-Projekt ausläuft, dann fallen die Kantonsbeiträge weg. Deshalb möchte Erlebnis Freiamt mit den Gemeinden Leistungsvereinbarungen aushandeln, die es erlauben, die bestehenden Angebote zu sichern und weitere zu schaffen.

Die Mittel, die von den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden müssten, stiegen von heute 16 000 auf 70 000 Franken. «Wir brauchen noch dieses Jahr die Zusicherung der Gemeinden, damit wir 2014 mit der Arbeit loslegen können», sagte Beni Kreuzer, der über das NRP-Projekt orientierte.

«Wenn nicht mindestens 95 Prozent der Gemeinden Ja sagen, dann ist das Projekt gestorben», machte Näf klar.

Gewisse Bedenken trotz Lob

Die Koordinationsstelle würde von einer Standortgemeinde geführt. Konkret: Entweder Muriinfo, das Kultursekretariat Wohlen oder die Touristinformation Bremgarten würde um 40 Stellenprozent aufgestockt und wäre dann zentrale Anlaufstelle: Sie würde Anfragen beantworten, die Homepage pflegen, Gemeinden informieren, neue Produkte schaffen und bisherige und neue Anbieter unterstützen.

Milly Stöckli, Gemeinderätin von Muri, äusserte Bedenken: «Gibt man da nicht Geld für etwas aus, das gar nicht viel bringt?»

Peter Hägler, der Ende Jahr das Präsidium übernehmen wird, unterstrich den Zweck der Koordinationsstelle: «Wir müssen schauen, dass es uns überhaupt gibt, es braucht einen gemeinsamen Anlaufpunkt.»

In der Diskussion bekam Erlebnis Freiamt viel Lob für seine Arbeit, jedoch wurde auch klar, dass es nicht einfach sein wird, Gemeindebeiträge zu bekommen. Erich Näf versprach den Gemeinderäten Lobbyingarbeit: «Wir kommen gerne auch an eine Gemeinderatssitzung, um ihre Kollegen zu überzeugen.»

Positive Bilanz

Weitere Traktanden an der Mitgliederversammlung waren der Jahresbericht und die Rechnung. Katharina Stäger berichtete über den Sagenweg, der sich als Ausflugsziel etabliert hat.

Gemeinsam attraktiver

Die Freiämter Gemeinden sollen für eine Anlaufstelle zahlen, die die Region vermarktet und sich für Kultur und Freizeit einsetzt. Es wird nicht einfach, den Grossteil der Gemeinden davon zu überzeugen, ihren Beitrag zu leisten. An der Mitgliederversammlung wurden Bedenken geäussert, das Geld verpuffe in der Administration, oder werde für Dinge ausgegeben, die unter dem Strich nicht viel bringen. Trotz leichter Skepsis wurde die bisherige Arbeit von Erlebnis Freiamt sehr gelobt. Der Verein hat in der Vergangenheit attraktive Angebote ins Leben gerufen. Der Sagenweg lockt viele Besucher ins Freiamt. Die Leistungsvereinbarungen, die mit den Gemeinden geschlossen werden sollen, schaffen nicht nur eine gemeinsame Anlaufstelle: sie garantieren die Fortführung von Projekten, die mit grossem freiwilligem Einsatz entstanden sind. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst alle Gemeinden ihre Unterstützung zusichern. Von einem attraktiven Freiamt profitieren alle. (dko)

Neben 62 Führungen ist vor allem der Anlass an der Walpurgisnacht bemerkenswert: Über 100 Personen nahmen teil. «Wir sind fast etwas erschrocken über die vielen Teilnehmer», so Stäger.

Peter Hägler blickte ebenfalls auf ein erfreuliches Jahr zurück, er ist für den Freiämterweg verantwortlich. «2012 war das achte Jahr, man rechne: nächstes Jahr gibt es Arbeit, dann haben wir Jubiläum.»

Kommentar siehe Box.

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