Zufikon
Erhebung: Der Dorfverkehr ist zu 90 Prozent hausgemacht

Eine BlueScan-Erhebung über den Durchgangsverkehr in Zufkon brachte überraschende Erkenntnisse. Auswärts wohnende Autofahrer verursachen nur zehn Prozent des Verkehrs hier.

Lukas Schumacher
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«Rush Hour» auf der Stiefelstrasse: Nur jeder zehnte Autofahrer, der diese Abkürzung benützt, wohnt nicht in Zufikon oder Bremgarten. (Archiv)

«Rush Hour» auf der Stiefelstrasse: Nur jeder zehnte Autofahrer, der diese Abkürzung benützt, wohnt nicht in Zufikon oder Bremgarten. (Archiv)

Archiv/SL

Autonummern notieren oder Autofahrer befragen war gestern. BlueScan heisst die zeitgemässe, verlässliche neue Methode der Verkehrserfassung. Sie kam in der Gemeinde Zufikon während eines Monats an allen Werktagen zum Einsatz. Dabei standen die Zufikerstrasse und die Stiefelstrasse im Fokus.

Die verblüffende Kernaussage: Auswärts wohnende Autofahrer produzieren bloss 6% des Durchgangsverkehrs via Abkürzung Stiefelstrasse. Hinzu kommen knapp 4% auf der Zufikerstrasse. Folglich sind rund 90% des Dorfverkehrs hausgemacht. Diese 90% werden hauptsächlich von Zufiker Autofahrern verursacht, von Dorfbewohnern also, sowie zu einem kleineren Teil von Autofahrern aus benachbarten Bremgarter Wohnquartieren.

Weitere wichtige Erkenntnis der BlueScan-Zählung: Das Verkehrsaufkommen auf der Stiefelstrasse ist in den letzten Jahren trotz reger Wohnbautätigkeit praktisch gleich geblieben, wenn auch auf recht hohem Niveau. Nach wie vor rollen im Schnitt täglich total 3800 Motorfahrzeuge auf der Stiefelstrasse.

Bluetooth machts möglich

Für die Bluescan-Erhebung richtete das Dienstleistungsunternehmen Swisstrafic Messstationen bei wichtigen Zufiker Zu- und Ausfahrtsstrassen ein. Die digitale Durchfahrtszählung erfasste die zurückgelegten Strecken aller Autofahrer mit Bluetooth-Geräten, iPhones oder Navigationssystemen der neueren Generation; in fast allen aktuellen mobilen Geräten steckt heute ein Bluetooth-Chip, der Daten per Funk sendet.

Weil sich freilich nicht in sämtlichen Autos ein aktives Bluetooth-Gerät befindet, sondern bloss in jedem vierten, führte man gleichzeitig Querschnittszählungen durch. Die BlueScan-Messdaten wurden so abgeglichen mit dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen. Auch dank der recht langen, vierwöchigen Messung stellten sich Resultate ein, die Fachleute als «repräsentativ» bezeichnen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse kann man bei der Abteilung Bau + Technik im Gemeindehaus Zufikon anschauen.

Vom Kanton Aargau profitiert

In den letzten Jahren entbrannten zwischen Anwohnern und Gemeinderat teils heftig geführte Debatten um die Zufiker Verkehrszahlen, um Sicherheit und allfällige Massnahmen. Die nun vorliegenden Zahlen und Fakten aus der Erhebung dürften zur Versachlichung der Thematik beitragen. Rund 13 000 Franken legte die Gemeinde für die neuartige Messmethode aus und kam dabei günstig weg. Grund: Die Gemeinde konnte sich dem Verkehrsmonitoring des Kantons beim benachbarten grossen Bremgarter Verkehrsknoten Bibenlos anschliessen, wo ebenfalls BlueScan zum Einsatz kam. Dies in der Absicht, den Verkehrsfluss rund um den Bibenlos-Knoten zu verbessern. Auswertung und Schlussfolgerungen des Monitorings liegen noch nicht vor.