Berikon

Er weiss über alle Bescheid: Anthony Paine ist der Brunnen-Kenner des Freiamts

Der Hobby-Ausdauersportler aus Berikon hat es sich zur Aufgabe gemacht, alles Brunnen des Freiamts auf seiner Webseite zu kartografieren.

Brunnen gibt es in der Schweiz an jeder Ecke. Sie zu finden, wenn man durstig ist, kann aber manchmal schwierig sein. So erging es auch dem Hobby-Ausdauersportler Anthony Paine, als er von Zürich nach Berikon zog. Deswegen begann er, umliegende Brunnen zu suchen und zu kartografieren.

Mittlerweile verzeichnet seine Website über 420 Wasserquellen und beinhaltet eine nahezu komplette Karte aller öffentlichen Brunnen des Freiamts. Dies mit Bild, Name, einer kurzen Beschreibung und den Koordinaten auf sechs Nachkommastellen genau.

«Ich bin kein Brunnen-Freak, mir geht es viel mehr um den praktischen Nutzen», erklärt Paine. Die Brunnen sind ihm aber auch nicht egal. «Ich finde es schon schade, wie verwahrlost manche Brunnen sind. Vor allem die älteren», sagt er. «Alte Gebäude stehen auch unter Denkmalschutz. Wieso nicht auch schöne Brunnen.»

Er versteht aber auch die Gemeinden, die nicht so viel Geld in die öffentlichen Wasserquellen investieren möchten. «Alleine die Wasserzufuhr kostet teilweise mehrere 10000 Franken im Jahr. Da ist es aus finanzieller Sicht durchaus verständlich, wenig genutzte Brunnen aus dem Betrieb zu nehmen.»

Brunnensuche von seinem Wohnzimmer aus

Während seiner Brunnensuche hat Paine seine Vorgehensweise einige Male geändert. «Zu Beginn habe ich einfach zu Fuss oder mit meinem Fahrrad drauflos gesucht. Als das Projekt aber immer grösser wurde, merkte ich schnell, dass diese Methode viel zu zeitintensiv war», erzählt der 40-Jährige.

«Deshalb begann ich, bei Gemeinden nachzufragen. Von manchen erhielt ich nur eine spärliche Antwort oder gar keine. Die meisten schickten mir aber eine Karte mit den eingezeichnet Brunnen.» Trotz der Karten war das Aufspüren der Brunnen nicht immer einfach. «Manche waren ungenau eingezeichnet oder gar nicht vermerkt. Als die Arbeit zu viel wurde, kam mir eine Idee», erzählt Paine.

«Bevor ich losging, um die Brunnen zu fotografieren, suchte ich den genauen Standpunkt zuerst auf Google-Maps.» So konnte er seine Routen von zu Hause aus planen und verlor kaum mehr Zeit mit der Suche.

Anthony Paine ist über sein Ziel hinaus geschossen

Sein Projekt sollte nicht von Anfang an so ein grosses Ausmass erreichen. «Zuerst wollte ich nur die Brunnen in der Nähe meines Wohnorts komplett kartografieren. Später alle im Bezirk Bremgarten und am Ende alle im Freiamt», erzählt der gebürtige Australier. «Ich bin einfach ein Sammler-Typ und habe Dinge gerne vollständig. Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich es schaffe, die Karte fertigzustellen.»

Mittlerweile ist er mit seinem Ergebnis zufrieden. Ohne Hilfe ist ein noch grösserer Bereich beinahe unmöglich, komplett zu kartografieren. «Das Projekt liesse sich unbegrenzt weiterführen», sagt er. «Jetzt ist der Moment gekommen, es bei diesem Bereich zu belassen.»
Das heisst aber nicht, dass er keine Brunnen mehr auf seiner Website eintragen wird.

«Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ich schon alle öffentlichen Brunnen im Freiamt gefunden habe. Zeigt mir jemand einen neuen oder stosse ich von selbst darauf, werde ich diesen natürlich auf der Website eintragen.» Paine achtet auch darauf, dass seine Karte immer auf dem neusten Stand ist. Brunnen, die eingestellt wurden, werden aus der Karte gelöscht und neue eingetragen.

Die Zukunft seines Projekts steht noch offen

Anthony Paine hat nicht vor, noch eine grössere Region zu durchsuchen. Das heisst aber nicht, dass das Projekt nun zu Ende ist. «Manche Leute haben mir Bilder und Koordinaten von Brunnen in ihrem Dorf geschickt», erzählt Paine. «Natürlich trage ich diese gerne in meiner Karte ein, auch wenn sie nicht im Freiamt liegen.»

Eine Idee von ihm ist, seine Website so zu gestalten, dass Leute ihre Brunnen selber eintragen können. «Das Problem dabei ist, dass meine Website momentan nicht für eine solche Funktion ausgelegt ist», sagt Anthony Paine.

Eine weitere Idee ist, einzelnen Personen verschiedene Gebiete zuzuteilen. «Würde sich zum Beispiel für jeden Bezirk jemand finden lassen, der bereit wäre, die Suche und Dokumentation zu übernehmen, liesse sich das Projekt ohne Komplikationen vergrössern.»
Die Karte findet man unter: www.oeffentliche-brunnen.ch

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