Widen

Er soll ein ökologisches Bijou werden: Der «neue» Gyrenbach fliesst im kommenden Frühling

Gemeinderätin Louisa Springer und Bauverwalter Martin Graf an der Gyrenbach-Baustelle.

Gemeinderätin Louisa Springer und Bauverwalter Martin Graf an der Gyrenbach-Baustelle.

Das Renaturierungsprojekt am nördlichen Siedlungsrand von Widen liegt im Zeitplan.

«Mit diesem Projekt wird unser Naherholungsgebiet am nördlichen Dorfrand stark aufgewertet. Ich bin überzeugt, das wird ein ökologisches Bijou», sagt die Wider Gemeinderätin Louisa Springer zu den laufenden Arbeiten am Gyrenbach. Seit Ende Mai wird das bisher eingedolte kleine Gewässer auf einer Länge von rund 600 Metern Schritt für Schritt freigelegt. Die Arbeiten sind von der Gemeinde an die Zufiker Firma Hoppler vergeben worden.

Renaturiert wird der Gyrenbach im Gebiet Chürzi, vom Friedhof bis hinunter zum Gyrenbach-Tobel. Laut Bauverwalter Martin Graf haben primär zwei Gründe den Ausschlag für das auf 1,75 Mio. Franken veranschlagte Vorhaben gegeben: «Die Bachleitung ist in einem schlechten Zustand und hätte gelegentlich saniert werden müssen. Zum andern hat sich im Rahmen der letzten Nutzungsplanung vor rund 10 Jahren Handlungsbedarf ergeben.»

Widen konnte damals sein Baugebiet leicht erweitern. Die ökologische Aufwertung im Gebiet Chürzi sei – unter anderem – eine Kompensation dafür, erklärt Graf weiter. Mitgespielt hat beim Entscheid für die Bachrenaturierung auch der Umstand, dass in diesem Bereich, am Rand des Siedlungsgebietes früher eine Abfalldeponie betrieben worden ist.

Laut Gemeinderätin Springer sind dort jedoch keine gefährlichen Stoffe vergraben worden: «Die Abklärungen im Rahmen des kantonalen Projekts zur Untersuchung der Altlasten haben ergeben, dass hier nur Material abgelagert worden ist, von dem keine Umweltgefährdung ausgeht.»

Ehemaliger Deponiebereich wird speziell abgedichtet

An der Gemeindeversammlung, die über die Öffnung des Gewässers entschieden hat, wurde dennoch der Antrag gestellt, die Deponie komplett «auszupacken». Die Stimmberechtigten haben dieses Ansinnen jedoch klar abgelehnt.

Mittlerweile haben sich die Resultate der früheren Untersuchungen bestätigt: «Der Aushub im ehemaligen Deponiebereich wird von einer speziellen Baubegleitung laufend untersucht. Bis jetzt ist nichts zum Vorschein gekommen, was Anlass zur Besorgnis geben würde», erklärt Martin Graf.

Dennoch wird der «neue» Gyrenbach im erwähnten Abschnitt auf einer Länge von rund 120 Metern speziell abgedichtet. «Die Baufirma verlegt im Bachbett vorerst eine undurchlässige Bentonitmatte. Darauf kommen als Schutz vor Nagetieren ein Stahlgitter und darüber eine Pressschlamm-Schicht», erläutert Graf.

Die Abdichtung ist ein separater Teil des Renaturierungsprojekts und wird vom Bund mit Beiträgen aus dem Altlastensanierungsprogramm finanziell unterstützt.

Einweihung im Frühling mit einer Pflanzaktion

Auch vom Kanton gibt es Geld. Wie viel von den veranschlagten 1,75 Mio. die Gemeinde Widen letztlich selber tragen muss, ist offen: «Der Kostenverteiler wird erst in der Endabrechnung exakt festgelegt, wenn klar ist, wie viel Aufwand den einzelnen Projektbereichen zugewiesen werden kann», sagt Martin Graf.

Im Frühling 2021 soll das renaturierte Gewässer der Bevölkerung an einem speziellen Anlass präsentiert werden. «Geplant ist eine Einweihung, die wir mit einer Pflanzaktion sowie mit einer von Fachleuten geführten Exkursion zum Lebensraum und Ökosystem ‹Gyrenbach› verbinden wollen.»

Springer ist überzeugt, dass danach künftig viele Widerinnen und Wider den Weg entlang spazieren werden, der im Zuge der Bachsanierung neben dem neuen Bachbett angelegt wird und sich über das schöne Stück Natur freuen werden.

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