Vertrauen und Harmonie ist, was es laut Melanie Eisenhut braucht, um als Paar beim Salsa zu funktionieren. Am 9. Januar reist sie mit dem Amateur-Team von «Salsa People» nach Miami, um am «World Salsa Summit», der Weltmeisterschaft im Salsa, teilzunehmen.

Mitbringen beim Salsa müsse man als Anfänger eigentlich nichts. «Man muss es sich aneignen.» Sie überlegt. «Doch: Taktgefühl. Das braucht es schon», lacht die 27-Jährige. «Spass an der Musik und Leidenschaft» seien ausserdem wichtig. Auf die Frage, was Tanz für sie bedeutet, hat Eisenhut rasch eine Antwort parat. «Es ist ziemlich poetisch. Der Mann schreibt eine Geschichte und die Frau malt sie aus. Das ist Tanzen für mich.» Sie lächelt. «Allgemein das Tanzen, das finde ich so schön», die Begeisterung ist aus ihrer Stimme herauszuhören. «Gerade heutzutage, wo man so viel am Handy ist. Beim Tanzen trifft man sich, ist nicht alleine, man redet miteinander.» Auch sei es schön, dass man an Tanzabenden Menschen aus allen Altersgruppen antreffe: «Sport ist nicht vergänglich. Von 18 bis 80 sind alle dabei.»

Weltmeisterschaft in Miami

Die Faszination für den Tanz packte Eisenhut vor fünf Jahren an einem Salsa-Festival. Der Tanz gefiel ihr sofort. «Meine Freunde nahmen mich dorthin mit. Danach fanden sie, ich solle doch auch anfangen.» So begann Eisenhut mit einem Kurs und tanzte jeden Abend im Ausgang. «Dort habe ich mir geschworen, mich zu orientieren, wo man das machen kann, sobald ich wieder zurück in der Schweiz bin.»

Sie fand die Tanzschule «Salsa People» in Altstetten. «Das war damals die einzige in der Umgebung», erzählt Eisenhut, die in Hermetschwil aufwuchs. Vor einigen Monaten zog sie nach Zürich. Nun eröffnet die Tanzschule «Salsa People» auch einen Standort in Wohlen. «Hätte es die schon gegeben, als ich anfing, wäre ich natürlich in Wohlen ins Training gegangen.»

Am 9. Januar gehts also nach Miami zum World Salsa Summit, der Weltmeisterschaft im Salsa. Im vergangenen Jahr wurde die Gruppe Schweizer Meister. Danach war klar: ein neues Ziel muss her. «Die Europa-Meisterschaft war gar nie ein Thema», erzählt Eisenhut.

Chance auf Sieg ist intakt

Im Salsa gibt es verschiedene Weltmeisterschaften, für die man sich nicht zuvor qualifizieren muss. So auch bei der Meisterschaft in Miami. Die Chancen auf den Sieg sind laut der 27-jährigen Tänzerin realistisch. «Sie sind zwar gut», sagt sie über die anderen Amateur-Gruppen, «aber wir sind auch gut.» Gegen wen sie antreten werden, weiss das Team aus Altstetten noch nicht.

Seit Herbst des vergangenen Jahres trainiert das Team, bestehend aus sieben Paaren, jeden Freitag. Seit einiger Zeit auch jeden Samstag und Sonntag. Pro Training werden drei Durchgänge der Show für die Meisterschaft gemacht. «Sie dauert zwar nur drei Minuten, aber das ist schon anstrengend», lacht Eisenhut. Denn jeder Finger, jede Hand, jeder Fuss und alle Gesichtsausdrücke müssen perfekt synchron sein. Das Spezielle an der Show ihrer Gruppe ist laut Eisenhut die Choreografie. «Sie beinhaltet zwei Partnerwechsel und viele verschiedene Formen. Sie ist sehr dynamisch.»

Vor jeder Show nervös

Selber hat Eisenhut bereits 30 bis 40 Shows aufgeführt. «Ich war vor jeder nervös», erzählt sie. «Es kann immer sein, dass ein Fehler passiert oder man ein Blackout hat.» Das ist auch ihre grösste Angst vor dem Auftritt im Januar: «Es wäre schlimm, wenn mir ein Fehler passiert und wir dann wegen mir den Titel nicht holen könnten.»

Wie es nach der Weltmeisterschaft weitergehen soll, weiss die Gruppe noch nicht konkret. «Wir wollen sicher unser Niveau beibehalten. Teamwork und Training sollen ausserdem weiterhin grossgeschrieben werden», so die Tänzerin. Ihre Tanzkarriere ist für Melanie Eisenhut auch bei einem Sieg auf keinen Fall beendet. «Ich will so lange weitermachen, wie es geht.»