Bremgarten

Er sammelt beim Reusslauf Geld für Kinder in Afrika

Raphael Wick beim Reusslauf 2014. Am Samstag will er sein Ziel von elf Kilometern in unter 50 Minuten schaffen und so Geld sammeln.

Raphael Wick beim Reusslauf 2014. Am Samstag will er sein Ziel von elf Kilometern in unter 50 Minuten schaffen und so Geld sammeln.

Raphael Wick läuft den Reusslauf als Helvetas-Charity-Runner und sammelt damit Geld für Kinder in Afrika.

Rund 4000 Läuferinnen und Läufer sind es jährlich, die am Bremgarter Reusslauf antreten. Sie laufen aus Freude, aus Leidenschaft, weil sie es gerne tun. «In vielen Teilen Afrikas laufen die Leute auch, aber nicht zum Spass, sondern, um Wasser von weit her heranzuschaffen. Wasser, das dazu oftmals noch verseucht ist und sie krank macht», verdeutlicht Raphael Wick. Der 50-jährige Wider ist seit seiner Schulzeit immer wieder am Reusslauf angetreten. «Jetzt will ich meine Leidenschaft mit dem Sozialen verbinden und jenen Menschen in Afrika helfen, damit sie nicht mehr kilometerweit zur nächsten Wasserstelle laufen müssen.» Er rennt, damit Kinder sauberes Trinkwasser bekommen. Darum lauten seine beiden Ziele für den Lauf am Samstag: Die 11 Kilometer in unter 50 Minuten zu schaffen und 33 Kinder in Afrika mit sauberem Wasser zu versorgen.

Gesundheit, Bildung, Zukunft

Raphael Wick ist ein Helvetas-Charity-Runner. Seit letztem Jahr kann man sich bei der Registrierung für den Reusslauf gleich für das soziale Projekt mitanmelden. «Ich habe das letztes Jahr am Start erstmals gesehen und fand es eine tolle Idee. Dieses Jahr habe ich mir die Idee dahinter gründlich angeschaut und finde, es ist sehr unterstützenswert», hält der Geschäftsführer eines grossen Ingenieurs- und Architekturunternehmens fest, der derzeit als Projektleiter Tunnelbau für die zweite Röhre des Gotthard-Strassentunnels verantwortlich ist. «Helvetas baut in Afrika in den Dörfern Trinkwasserbrunnen, damit die Kinder die Chance auf eine bessere Gesundheit haben. Ausserdem gibt ihnen das die nötige Zeit, um zur Schule zu gehen und so eine bessere Zukunftsperspektive zu erhalten», ist Wick überzeugt. Zudem werden die Menschen dort darüber aufgeklärt, wie wichtig Hygiene ist und dass das Wasser sauber gehalten werden muss. «Mir ist die Nachhaltigkeit sehr wichtig, darum kann ich dieses Projekt auch unterstützen.»

Zwei äthiopische Kinder

Wick hat sich schon vor vielen Jahren mit der Armut grosser Teile Afrikas auseinandergesetzt. Seine beiden jüngeren Kinder Samuel und Rachel sind adoptiert und kommen ursprünglich aus Äthiopien. «Wir haben zusammen mit ihnen und unserer ältesten Tochter Carmen das Waisenhaus besucht, in dem die zwei damals gelebt haben, bevor sie zu uns kamen. Dort haben wir alle fünf erstmals gemerkt, was es heisst, nicht nur kein fliessend Wasser, sondern überhaupt kein Trinkwasser in Reichweite zu haben. Ich finde, darüber sollten sich die Menschen viel mehr Gedanken machen.»

Helvetas baut mit dem gespendeten Geld Brunnen in ländlichen, armen Teilen Afrikas, beispielsweise in Benin. Um ein Kind nachhaltig mit sauberem Wasser zu versorgen, benötigt die Organisation 30 Franken Spendengelder. Raphael Wick hat sich erst zum Ziel gesetzt, zehn Kinder zu unterstützen, also 300 Franken zu erlaufen. Doch seine Familie und Freunde überraschten ihn mit einer Solidaritätswelle: Mittlerweile sind es schon über 550 Franken. «Jetzt gebe ich nochmals Gas und habe die Messlatte nach oben gesetzt. Ich möchte schauen, ob ich 33 Kindern helfen kann, das wären dann rund 1000 Franken.» Hier kommt es allerdings nicht wie bei einem Sponsorenlauf auf die gelaufenen Kilometer oder die Zeit an, «allein der soziale Gedanke zählt», so Wick. «Die Leute spenden, ich laufe und am Ende werde ich den Betrag dann noch selber aufrunden.»

Mehr Informationen und die Spendenaktionen der zwölf Charity-Runner unter www.life-changer.helvetas.ch

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