Waltenschwil

Er liebt sein Dorf – jetzt will er Ammann werden

Simon Zubler kandidiert für das Amt als Gemeindeammann in Waltenschwil. Zur Zeit weilt er noch in den Ferien in der Toskana.

Simon Zubler stellt sich am 20. Oktober zur Wahl als neuer Gemeindeammann von Waltenschwil. Er fühlt sich bereit dafür.

Mit Besuchern, die «sein» Waltenschwil noch nie gesehen haben, würde Simon Zubler in die Natur gehen. Zum Tierpark natürlich, über den Sagenweg und zu den Aussichtspunkten.

Erzählen würde er von der intakten Gemeinschaft im überschaubaren, idyllischen Dorf, von dem er überzeugt ist, dass es Zuzügern relativ leicht fällt, sich zu integrieren, sofern sie das wollen.

Der 45-Jährige liebt den Ort, in dem er aufgewachsen ist und bis heute mit seiner Familie wohnt – Gattin Daniela, eine 10-jährige Tochter und ein 8-jähriger Sohn. Und weil Zubler sein Dorf liebt, engagiert er sich in der Öffentlichkeit.

«Die Marschrichtung der Gemeinde stimmt»

Der Feuerwehr dient er als Offizier, seit 2006 ist er Gemeinderat, seit zwei Jahren Vizeammann. Die Tätigkeit in der Behörde gefällt ihm auch nach 13 Jahren noch sehr gut: «Man befasst sich mit Themen, in die man sich sonst kaum so intensiv vertiefen würde, und lernt durch regionale Zusammenarbeit auch, über den Dorfrand hinauszublicken», sagt Zubler.

Er kandidiert als Nachfolger von Gemeindeammann Michel Christen für die Ersatzwahl vom 20. Oktober. Seine Kandidatur ist unbestritten und seine Wahl gilt als sicher.

Nicht, weil die für diesen arbeitsintensiven Job geeigneten Leute auch in Waltenschwil schon längst nicht mehr Schlange stehen. Sondern, weil Zubler als Gemeinderat mit engagierter und zuverlässiger Arbeit sowie hoher Fach- und Sozialkompetenz überzeugt hat.

Was ändert sich, wenn er gewählt wird und ab dem 1. Januar 2020 die Gesamtverantwortung für Waltenschwil übernimmt? «Nichts», lacht Zubler. Ernster fügt er an: «Sicher werde ich als Ammann versuchen, den einen oder anderen Akzent zu setzen. Doch die Marschrichtung, in die der Gemeinderat das Dorf bisher geführt hat, stimmt.»

Die Schwerpunkte der gemeinderätlichen Arbeit für die nächsten Jahre sind für ihn klar: «Wir haben die Erarbeitung eines kommunalen Gesamtplans Verkehr eingeleitet und bereiten zurzeit einen Planungskredit für Sanierung und Ausbau des Gemeindehauses vor. Mittelfristig müssen wir die Turnhalle anpacken, die bezüglich Kapazität den Anforderungen von Schule und Vereinen nicht mehr genügt. Ein Dauerthema werden auch Renaturierung und Hochwasserschutz an der Bünz bleiben.

Nach wie vor, erklärt Zubler, gelte es, die Gemeindefinanzen im Auge zu behalten. Sie seien zwar im Lot und der Steuerfuss mit 106% in einem vertretbaren Rahmen. Doch Luxus könne man sich nicht erlauben, weil der Steuerertrag pro Kopf deutlich unter dem Kantonsmittel liege.

Familienvater, Geschäftsführer, Politiker

Der parteilose Simon Zubler arbeitet als Geschäftsführer der Flowcad Schweiz AG in Mägenwil, deren Teilhaber er ist. Flowcad ist eine Handelsfirma für Softwarelösungen im Bereich Elektronik-Entwicklung mit Büros in München und Polen und beschäftigt rund 30 Personen.

Bringt er seinen Job mit dem Amt als Ammann sowie seiner Aufgabe als Familienvater unter einen Hut? «Ja», sagt er überzeugt, «das ist nicht leicht, aber machbar, wenn man sich strukturiert.» Im Job könne er sich organisieren und seine Familie stehe hinter ihm. Den Feuerwehrdienst werde er allerdings quittieren, um sich etwas Luft zu verschaffen.

Simon Zubler sagt aber auch: «Man muss darauf achten, dass man sich in einem Amt nicht verbrennt. Neben guter Strukturierung ist es wichtig, für Ausgleich zu sorgen. Ich nehme mir Zeit für mich und meine Familie, bin ein Geniesser, koche gerne und mag das gemütliche Beisammensein mit Freunden.»

Die Ferien mit Frau und Kindern verbringt er gerne im eigenen Wohnwagen auf einem Campingplatz: «Ich mag Aktivferien mit Wandern und Biken, da kann ich gut abschalten.»

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Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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