Zufikon
«Er lebt seit 40 Jahren für Zufikon»: Gemeindeschreiber feiert seltenes Jubiläum

Zufikons Gemeindeschreiber Felix Etterlin begeht ein rundes Arbeitsjubiläum am Tag der Arbeit. Vor vier Jahrzehnten übernahm er im damaligen Bauerndorf die Stelle. Und erlebte mit, wie es zur 4300-Einwohner-Gemeinde wuchs.

Lukas Schumacher
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2014: Felix Etterlin, der 59-jährige «Kanzler» Zufikons, ist weit über die Gemeindegrenze hinaus bekannt. sl

2014: Felix Etterlin, der 59-jährige «Kanzler» Zufikons, ist weit über die Gemeindegrenze hinaus bekannt. sl

Felix Etterlin hatte es sich anders vorgestellt, einfacher. Am 1. Mai 1974 trat er als 19-jähriger Jüngling die Verwaltungsstelle im Gemeindehaus Zufikon an. Ein Jahr danach, im Frühling 1975, wurde der damalige Zufiker Gemeindeschreiber fristlos entlassen, weil er Gemeindegelder veruntreute. Der 20-jährige Etterlin stieg zum stellvertretenden Gemeindeschreiber auf.

Trotz vielerlei Bemühungen und Ausschreibungsrunden in den Zeitungen fand die Gemeindebehörde keinen geeigneten neuen Gemeindeschreiber fürs damals 1500 Einwohner zählende Dorf Zufikon. Ein gutes Jahr später brach der Gemeinderat die Sucherei ab. Er befand, «fe» – Felix Etterlin unterzeichnet die Gemeinderatsnachrichten und Protokolle stets mit «fe» – solle es richten.

Ein kleines Wunderding

So begann der 22-jährige «fe» am 1. Januar 1977 offiziell als Gemeindeschreiber Zufikons, mit gerade mal zweieinhalb Jahren Berufserfahrung und der abgeschlossenen dreijährigen Verwaltungslehre, die er in Jonen durchlaufen hatte. «Irgendwie ist es gegangen», schmunzelt Felix Etterlin im Rückblick auf die turbulenten Startjahre im alten Zufiker Gemeindehaus.

Die fünfköpfige Verwaltung logierte im Parterre und im obersten Stock, die Etagen dazwischen belegte die Schule mit drei Klassenzimmern. Handarbeit sei damals angesagt gewesen. Die Namen der Einwohner waren auf Karteikarten erfasst. Vor Abstimmungen hatte man alle Adressen der Stimmberechtigten auf die Abstimmungsunterlagen für den Postversand stanzen müssen.

Felix Etterlin, der 1979 bis 1981 die Gemeindeschreiberausbildung nachholte, erlebte 1982 «eine bürotechnische Revolution». Zu Testzwecken war ihm ein Schreibautomat mit einem grossen Bildschirm zur Verfügung gestellt worden. Nach einigen Übungsstunden auf dem neuartigen Gerät, dem Urgrossvater der PC-Generation, stand für Etterlin fest: «Dieses enorm arbeitserleichternde Wunderding gebe ich nicht mehr her.» Wäre der Schreibautomat nicht über das Gemeindebudget finanziert worden, hätte ihn «fe» aus dem eigenen Sack bezahlt.

«Koordinator und Terminplaner»

Der in Oberlunkhofen aufgewachsene Etterlin gilt in Zufikon längst als Einheimischer. Praktisch alle Zufiker kennen ihn. «Er lebt seit 40 Jahren für Zufikon», sagt ein langjähriger Verwaltungsangestellter, «sein Engagement ist enorm, sein Beziehungsnetz gross, sein Erinnerungsvermögen legendär.» Etterlins umgängliche und kommunikative Art kommt überall gut an. Viel Aufheben um seine Person und Tätigkeit will der «Kanzler» nicht machen.

Der Leiter der Gemeindeverwaltung bezeichnet sich «als Koordinator und Terminplaner, Aufbereiter von Informationen, Vorbereiter von Gemeinderats-, Kader- und Teamsitzungen, Protokollführer und Ansprechperson.» Felix Etterlin nahm anfänglich staunend den Siedlungsdruck aus Richtung Zürich zur Kenntnis.

Er verfolgte die Entwicklung des früheren Bauerndorfs zur 4300-Einwohner-Gemeinde aus der Frontreihe und half unterstützend beim Aufbau der Verwaltung, für die heute samt den Lehrlingen, den Werkhof- und Forstmitarbeitenden gegen 25 Personen tätig sind.

Fiesta im Gemeindehaus Zufikon

Aus Anlass seines runden Jubiläums am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, nutzt Etterlin das Foyer des Gemeindehauses um. Er richtet eine kleine Festwirtschaft ein und offeriert zwischen 11 und 20 Uhr allen Gästen eine Grillwurst und Getränke.

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