Es ist dieser Moment, wenn man zuoberst auf dem Podest steht und die Schweizer Nationalhymne erklingt. Momente der Anerkennung, der Kameradschaft. Die gehen Seilzieh-Trainer Daniel Strebel unter die Haut und treiben ihn stets zu noch besseren Trainerleistungen an. «Diese Momente sind ein grosses Geschenk für mich, eine Anerkennung, mein schönster Lohn», erzählt Strebel voller Stolz über die unzähligen Erfolge der letzten zehn Jahre. Er ist mit seinem U23-Team seit 2009 ungeschlagen. Der Trainer erklärt: «Wir haben seit zehn Jahren keinen einzigen Kampf mehr verloren, nicht mal in den Vorrunden und nur drei Verwarnungen kassiert, das sucht seinesgleichen.» Strebel setzt dabei auf saubere Technik und Disziplin seiner Athleten.

Zurzeit rangieren die Schweizer U23-Seilzieher auf Position 13. oder 14. des Votings der World Games Awards 2018 für den Titel «Athlete of the year». Nominiert wurden Strebel und sein Team von World Games, dem Verband der nicht olympischen Disziplinen. Noch bis am kommenden Dienstag kann die U23-Mannschaft auf der Website von World Games mit einem Mausklick unterstützt werden. Wie sein Team und er zur Ehre der Nomination kamen, weiss der Erfolgstrainer nicht genau. Er ist aber überzeugt, dass sie mit Freiämter Unterstützung noch auf Position neun oder acht vorrücken können. Denn die zehn Kandidaten mit den meisten Stimmen bleiben im Rennen und nehmen am Hauptvoting teil, das dann noch bis zum 31. Januar weiterläuft.

Bindeglied zur Elite-Nati

Strebel hofft, dass diese Nominierung als Sprungbrett genutzt werden kann, damit das Seilziehen in Zukunft wieder eine olympische Disziplin wird. Der Waltenschwiler verspürt immer noch grosse Begeisterung, mit jungen Menschen zu arbeiten, sie zu motivieren und weiterzubringen. «Früher gab es nur die U19-Mannschaft, doch mit der Schaffung der U23 wurden neue sportliche Ziele greifbar. Die Athleten bringen eine immer noch jugendliche Dynamik mit, sind offen für Neues, mental auf einem guten Level und lassen sich gut führen», erklärt der Seilzieh-Trainer. Überhaupt mag er die Herausforderung, dass ihm jedes Jahr die halbe Mannschaft ausgewechselt wird – aus Altersgründen.

Er versteht sich als Bindeglied zur Elite-Nationalmannschaft. Manchmal müsse er sich regelrecht wehren, dass ihm die Trainer der Elite-Nati seine Schützlinge nicht zu früh wegnehmen. Eigentlich hatte Strebel nach der WM in Kapstadt und dem Doppelgoldsieg seinen Rücktritt gegeben. Doch der Verband hatte zu dieser Zeit noch keinen geeigneten Nachfolger gefunden. So erklärte sich Strebel bereit, noch ein weiteres Jahr anzuhängen.

In der Zwischenzeit kann Daniel Strebel verkünden, einen qualifizierten Erben für sein Traineramt gefunden zu haben: Der Innerschweizer Urs Brändli vom Seilziehclub Stans-Oberdorf wird den Posten ab 2020 übernehmen. Strebel schmunzelt: «Der eine oder andere wünscht sich sowieso, dass ich langsam aufhöre, damit sie auch wieder einmal Chancen haben, zu gewinnen.»

Voting auf www.theworldgames.org unter dem Link «News» und «The World Games» bis zum 15. Januar, 21 Uhr.