Er macht schlichtweg alles: In den Theatern im und ums Freiamt ist Patrick Honegger nicht nur mal auf der Bühne, mal im Chor oder in der Band zu erleben, sondern er ist in manchen Stücken auch Ton- und Lichtchef, organisiert beim Jugendzirkus Arabas zusätzlich den Auf- und Abbau des Zelts und steht auch hinter der Bar oder an der Kasse, falls es nötig sein sollte. «Nur Kostüme und Finanzen sollte wirklich jemand anderes übernehmen», sagt er schmunzelnd. Müsste man sich zum Thema Freiwilligenarbeit eine Person vorstellen, er wäre eine gute Wahl.

Das findet auch der Kanton, denn zu seiner neuen Aktion «Eingeladen» wird der in Bremgarten aufgewachsene und noch heute dort wohnhafte Honegger als Musterbeispiel gezeigt. Mit dieser Aktion will sich der Kanton bei den Abertausenden von Freiwilligen im Bereich Kultur im Aargau bedanken und lädt sie in die Museen und Schlösser ein (siehe Kasten links). «Wir Kulturschaffenden sind das ideale Zielpublikum für diese Aktion, denn wir lieben Kultur», erklärt Honegger. Schulterzuckend fügt er aber hinzu: «Nur sind wir halt meist so eingespannt, dass wir kaum Zeit finden, um ins Museum zu gehen.»

Fast alle Freunde im Theater

Das kann man sich bei Honegger sehr gut vorstellen. Welche grössere Theaterproduktion auch immer im Freiamt ansteht, die Wahrscheinlichkeit, Patrick Honegger dort als Mitwirkenden in irgend einer Form anzutreffen, ist etwa so gross, wie an einem sonnigen Tag an der Reuss Spaziergängern zu begegnen. Er ist quasi überall. Woher nimmt er sich die Zeit? «Ich habe neben meinem Job keine anderen Verpflichtungen und fühle mich sehr wohl in den verschiedenen Theatergruppen. Auch besteht fast mein gesamter Freundeskreis mittlerweile aus Theaterleuten. Da fällt es mir nicht schwer, den grössten Teil meiner Freizeit auf, neben oder hinter der Bühne zu verbringen.»

Die Liebe zur Kultur bekam er von zu Hause mit. «Mein Vater hat schon immer Keyboard gespielt, und weil das dann halt bei uns daheim herumstand, klimperte ich als kleiner Junge auch ständig irgendwelche Melodien.» Später nahm er Klavierunterricht. «Und als mich in der Oberstufe ein Freund fragte, ob ich mit ihm und seinem Vater zusammen die Zirkusband im Arabas sein wollte, sagte ich natürlich gern zu.»

Drei Jahre lang spielte er dort, danach gab es einen Unterbruch, heute spielt er je nach Programm wieder mit und verkabelt natürlich alles selber. «Das ist das Schöne an der Freiwilligenarbeit: Man kann in den verschiedensten Bereichen so vieles lernen. Ich war zwar schon immer technikinteressiert, hatte aber keine Ahnung von der Tontechnik. Das habe ich hauptsächlich vom Vater meines Zirkusbandfreundes gelernt.»

«Man kann auch Nein sagen»

Mit dem Theaterspielen hat er in der Schule bei kleineren Projekten begonnen. «Da habe ich gemerkt, wie sehr mich die Bühne fasziniert. Ich stehe sehr gerne auf der Bühne, egal ob als Chorsänger, Musiker oder eben als Schauspieler.» Dabei sei er heute genau da, wo er hin wolle: «Ich hatte nie den Traum, irgendwann ein Star zu werden. Es gefällt mir so, wie es ist.» Denn das sei ein weiterer Pluspunkt der Freiwilligenarbeit: «Wenn mich ein Stück nicht reizt, kann ich auch Nein sagen.» Das müsse man allerdings erst lernen.

«Bei uns weiss man halt, wer welche Fähigkeiten hat, und die Person wird dann auch angefragt. Ich bekomme immer sehr viele Anfragen von allen Seiten. Aber ich weiss mittlerweile auch, wie es ist, wenn man sich zu viel zugemutet hat und nur noch auf den Felgen geht. Glücklicherweise sind Theaterprojekte immer absehbar, da muss man eben mal auf die Zähne beissen und durchhalten. Aber eben, manchmal muss man auch einfach Nein sagen, und das wird dann auch problemlos akzeptiert.»

Von der Jungen Bühne und der Operettenbühne Bremgarten über Kappel am Albis bis zum grossen Freiämter Freilichttheater «Mit Chrüüz und Fahne» hat Honegger schon unzählige Theater und Bühnen ge- und bespielt. Einige Texte kann er gar noch auswendig und zitiert sie lachend. «Es ist viel Arbeit, aber sie macht wirklich Spass», sagt er. Und falls jemand Interesse an einem Job auf oder neben der Bühne habe: «Einfach melden und reinschauen. Bei uns ist jeder willkommen.