Oberwil-Lieli
Er gewann mit einem Vortrag über Vorträge

Thomas Skipwith erklärte am Business-Experten-Forum, wie man besser präsentiert.

Dominic Kobelt
Merken
Drucken
Teilen

Wenn Thomas Skipwith spricht, unterstützt er seine Aussagen meistens mit den Händen, ohne dabei wild zu gestikulieren. Er stellt viele Fragen, auch wenn er selbst der Befragte ist, kontrolliert, ob ihm sein Gegenüber zuhört, den Ausführungen folgen kann. Skipwith ist Experte für Rhetorik und Auftreten. Sein Motto: Du darfst nicht langweilen. Wie schafft man das?

Der erste Eindruck zählt

«Am wichtigsten ist, dass man selbst für das Thema brennt, über das man spricht. Wenn man eine Präsentation hält, weil ‹der Chef hat gesagt ich muss›, dann ist das die falsche Einstellung», erklärt Skipwith. Trete man mit einer positiven Einstellung vor das Publikum, sei es aufmerksamer. «Den ersten Eindruck vergeben sich viele. Ein typisches Beispiel: Der Beamer läuft schon, und das Publikum sieht zu, wie der Referent die Präsentation in seinen privaten Dateien sucht.»

Der zweite wichtige Punkt sei der Dialog. «Man muss das Publikum involvieren, Fragen stellen, eine Geschichte erzählen.» Wenn er sich selber auf einen Vortrag vorbereitet, dann fragt sich Skipwith, wer im Publikum sitzt, und wofür sich die Zuhörer interessieren. Im September 2014 gab der Experte den Schülerinnen und Schülern der Kreisschule Mutschellen Tipps fürs Bewerbungsgespräch. «Es ist wie beim Flirten, es kommt auf den Eindruck an», erklärte er damals. Durch solche Analogien könnten die Zuhörer einen Bezug zum eigenen Leben herstellen. «Der Zuhörer sollte immer etwas mitnehmen können, das ihm sein Leben einfacher macht. Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler», bringt es Skipwith auf den Punkt.

Inhalt und Form ergänzen sich

Kann jeder einen spannenden Vortrag halten? «Es ist wie beim Lesen und Schreiben, man kann jedem die Grundlagen beibringen. Und jeder kann sich durch häufiges Üben verbessern. Aber manchen fällt es schwerer, anderen leichter.» Das Üben ist einfacher geworden: Fast jeder hat eine Kamera, mit der er sich aufnehmen kann – Handy sei Dank. Wer sich filmt, kann sich besser überprüfen, sich selber wahrnehmen und Fehler entdecken. Auch bei der Präsentation kann die Technik helfen. Wer mit Powerpoint arbeitet, müsse aber darauf achten, dass die Folien attraktiv gestaltet sind und dass der Blickkontakt mit dem Publikum trotzdem stattfinde. Nicht zuletzt sollte der Referent auch gepflegt aussehen: «Inhalt und Form ergänzen sich, es braucht beides.»

Seit 14 Jahren berät Skipwith, der in Oberwil-Lieli lebt, Kunden aus allen Branchen (www.descubris.ch). Dass er sein Metier beherrscht, konnte er am Business-Experten-Forum in Fürstenfeldbruck bei München beweisen. An diesem Anlass geben Fachmänner ihr Wissen weiter – egal ob dies Gesundheit, Effizienz oder Informatik betrifft. In seinem Vortrag «Veni, vidi, vici» referierte Skipwith darüber, wie man einen spannenden Vortrag hält. Seine Botschaft ist angekommen – er erhielt den Publikumspreis für die beste Präsentation.