Boswil
Er gestaltet aus 14 Tonnen Tessiner Stein den dreifachen Kreiselschmuck

Steinmetz Christian Majoleth gestaltet noch etwa vier Wochen lang im Wald 14 Tonnen Maggia-Steine zu Skulpturen. Die Einwohner vor dem Lärm zu schützen, ist ihm genauso wichtig wie die Verwendung von Schweizer Stein.

Eddy Schambron
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Christian Majoleth hat rund 14 Tonnen Stein beim Pflanzgarten des Forstbetriebs abgestellt, um mit seiner Arbeit für den Kreiselschmuck niemanden mit Lärm und Staub zu belästigen. ES

Christian Majoleth hat rund 14 Tonnen Stein beim Pflanzgarten des Forstbetriebs abgestellt, um mit seiner Arbeit für den Kreiselschmuck niemanden mit Lärm und Staub zu belästigen. ES

Die Steine für den künftigen Schmuck der drei neuen Boswiler Kreisel stehen noch im Wald, beim Pflanzgarten des Forstbetriebes, rund 14 Tonnen schwer. «Hier störe ich mit meiner Arbeit niemanden, und ich selber habe ebenfalls meinen Frieden», sagt der 33-jährige Steinmetz Christian Majoleth aus Boswil.

Ohne Immissionen ist seine Arbeit nämlich nicht zu haben: Die Steinfräse macht viel Lärm und Staub, wenn sie sich in den Tessiner Stein frisst, aus dem die Kreiselskulpturen sind.

Aus dem Maggiatal

«Wichtig ist mir, Schweizer Steine zu verwenden», unterstreicht Majoleth, eigentlich ein Bünzer, der seit 2005 in Boswil als selbstständiger Steinmetz arbeitet. Die Steine stammen aus dem Maggiatal, Cristallina-Marmor für die Skulptur, Gneis für den Sockel.

Beim Kreisel von Bünzen her kommt ein Notenschlüssel zu stehen. Er lehnt sich einerseits an das Motto der Gemeinde – «Boswil klingt» – an, anderseits macht er auf das berühmte Künstlerhaus aufmerksam.

Wer von Wohlen her auf das Dorf zufährt, wird auf einen Halbmond treffen, der sich auch im Wappen der Gemeinde wiederfindet. Und von Muri her wird man einer modernen Skulptur begegnen, welche die verschiedenen Mondphasen darstellt.

Alle Skulpturen bilden eine Symbiose. «Alle drei Kreisel kosten weniger als ein einziger in Wohlen», stellt Majoleth fest. Der Schmuck des Kreisels in Anglikon kam auf rund 75 000 Franken zu stehen.

Steinmetz mit Leib und Seele

Christian Majoleth, der sich zusammen mit seiner Frau Karin gerade auf das dritte Kind freut, ist Steinmetz mit Leib und Seele. «Es ist das Dauerhafte, das mich beim Stein so fasziniert», sagt er.

Seine Arbeit kann Hunderte von Jahren überdauern. Hauptsächlichster Arbeitsbereich sind Grabmäler. Aber er gestaltet auch Skulpturen oder fertigt Brunnen an. Er ist begeistert, was mit Naturstein alles möglich ist. «Man kann aus ihm beispielsweise auch zahlreiche Gebrauchsgegenstände machen.»

Am Auftrag für den Kreiselschmuck in Boswil freut ihn vor allem, dass er viele Freiheiten geniesst. «Ich präsentierte dem Gemeinderat meine Idee, und seitdem habe ich praktisch freie Hand. Dieses Vertrauen und diese Art der Zusammenarbeit ist nicht selbstverständlich.»

Zuschauen bei der Arbeit

Noch etwa vier Wochen wird Majoleth an den Skulpturen und deren Sockel arbeiten, bei den jetzt eisigen Temperaturen besonders herausfordernd. «Aber dafür wird die Fräse nicht zu heiss», lacht er.

Man kann ihm selbstverständlich bei der Arbeit zusehen, kommt aber nicht mit dem Auto bis zum Pflanzgarten. Ab dem Parkplatz Feldenmoos ist es jedoch zu Fuss nicht allzu weit, um mitzuerleben, wie der Kreiselschmuck von Boswil entsteht.

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