Alfredo
Entertainer und Weltstar Alfredo wird 90

Als Showman und Entertainer bereiste und begeisterte Alfredo die ganze Welt. Kein Auge blieb trocken. Der Entertainer und Showman feiert morgen in Rudolfstetten seinen 90. Geburtstag.

Dino Nodari
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Alfredo
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Alfredo Smaldini Die Gemeinde Rudolfstetten benannte einen Weg nach seinem prominenten Einwohner.
Alfredo Smaldini Immer noch Entertainer durch und durch.
Alfredo Smaldini Weltstar Alfredo
Alfredo Smaldini Der Entertainer hat die Titelseiten geschmückt.
Alfredo Smaldini Alfredo riet Kliby nur mit einer Puppe aufzutreten.
Alfredo Smaldini
Alfredo Smaldini Zu Beginn seiner Karriere
Alfredo Smaldini
Alfredo Smaldini
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Alfredo

Aargauer Zeitung

Noch heute mit beinahe 90 Jahren hat er den Schalk im Nacken. Kaum öffnet Alfredo die Haustür in Rudolfstetten, werden Grimassen geschnitten. Der drahtige Mann war und ist noch immer ein ganz grosser Entertainer, der in seiner langen Karriere auf den ganz grossen Bühnen gespielt hat. Den morgigen runden Geburtstag will er dennoch nur im engsten Familienkreis feiern. Ohnehin organisiert Lebenspartnerin Marteli die Feier. «Damit will ich mich nicht beschäftigen», meint er nur.

Viel lieber kramt er in Erinnerungen. Zum Beispiel die Auftritte in Las Vegas. «Damals sind auch Siegfried und Roy in meine Show gekommen», erzählt er stolz. Und als Beleg legt er einen Zeitungsartikel vor. An der Wand hängt ein Bild mit Grussbotschaft der beiden Magier. In der Schweizer Showszene hat er über sein eigenes Wirken hinaus auch Spuren hinterlassen. So habe er Kliby einst geraten, anstelle von mehreren nur noch mit einer Puppe aufzutreten. Und siehe da, der Erfolg von Kliby und Caroline habe sich sofort eingestellt.

Granada war während Jahrzehnten seine grösste Nummer und machte ihn weltberühmt. Bei dieser legendären Nummer will sich Alfredo am Schlagzeug zur Melodie von Granada selbst rhythmisch begleiten. Das Orchester aber spielt nicht mit und intoniert andere Melodien, denen sich Alfredo mimisch und persiflierend anpasst. Unvergesslich sind auch seine Nummern mit den Pingpongbällen, die er ausspuckte und mit dem Mund wieder auffing. Ob er diese Zeit nicht vermisst? Nein, meint er und gesteht dann aber doch: «Am liebsten würde ich sofort den Frack wieder anziehen und loslegen.» Noch heute mache er jeden Tag den Handstand.

Als Kellner wurde das einstige Waisen- und Verdingkind entdeckt. Damals war er 32 Jahre alt und unterhielt die Gäste mit seiner witzigen Art im Restaurant. Vom Fleck weg wurde er als Schlagzeuger engagiert und brachte das Publikum mit seinen komischen Einlagen zum Lachen. 1966 brachte er sein erstes Soloprogramm auf die Bühne. Sein Programm bestand aus Persiflagen und Imitationen, Grimassen und Klamauk. Seine unbestritten grösste Nummer war und bleibt aber Granada. Bis zu 250 Auftritte absolvierte er pro Jahr. Dabei füllte er grosse Hallen in Las Vegas, Paris und Rio. Der Schweizer Öffentlichkeit ist er durch zahlreiche Auftritte in Fernsehshows bekannt.

Auch sein Gastspiel im Zirkus Knie bleibt unvergessen. 1982 erfüllte sich für Alfredo ein Jugendtraum. In der Zirkusmanege vom Schweizer Nationalzirkus Knie bereicherte er das Programm mit seinen Gags. 1994 wurde ihm der Ehren-Prix-Walo verliehen. Und auch seine langjährige Wohngemeinde Rudolfstetten hat ihn für sein Lebenswerk geehrt. Er ist Ehrenbürger der Gemeinde und vor vier Jahren wurde ein Weg nach ihm benannt. «Das ist für mich das Grösste überhaupt», sagt er und zeigt stolz ein Bild von der Einweihung.