Niederwil/Nesselnbach

Enja (8) wurde auf Raserstrecke totgefahren: Jetzt ergreift der Gemeinderat Massnahmen

Nach tödlichem Velounfall: Niederwil will Tempoanpassung

Nach tödlichem Velounfall: Niederwil will Tempoanpassung

Im September wurde ein Mädchen auf dem Fahrrad von einem Auto erfasst und verstarb. Die Gemeinde will nun auf der Strecke das Tempo reduzieren.

Sieben Monate ist es her, als ein tödlicher Verkehrsunfall die Gemeinden Niederwil und Nesselnbach erschüttert. Vielen Anwohnern ist die 80er-Strecke zwischen den beiden Dörfern schon lange ein Dorn im Auge. Nun will der Gemeinderat konkrete Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit umsetzen.

Es ist ein warmer Spätsommertag, als die kleine Enja mit ihrem Velo nach Schulschluss in Niederwil nach Hause in Richtung Nesselnbach unterwegs ist.

Zeitgleich naht ein 22-jähriger Autofahrer auf der 80er-Strecke zwischen den beiden Gemeinden heran, als dieser plötzlich von der Strasse abkommt und ins Schleudern gerät. Erst kracht der Junglenker in einen Laternenpfosten und erfasst mit seinem Wagen schliesslich die kleine Enja auf dem vermeintlich sicheren Velostreifen.

Brutaler Unfall zwischen Niederwil und Nesselbach

Brutaler Unfall zwischen Niederwil und Nesselbach (Tele M1-Beitrag vom 12. September 2016)

Ein Autofahrer ist von der Strasse abgekommen und hat ein 8-jähriges Mädchen angefahren. Sie wurde mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht.

Das kleine Mädchen wird nach dem schrecklichen Unfall mit dem Rettungshelikopter ins Spital geflogen, wo es später seinen schweren Verletzungen erliegt. 

Mit bis zu 100 km/h unterwegs

Noch heute darf die berüchtigte Verbindungsstrasse zwischen Niederwil und Nesselnbach mit 80 Stundenkilometern befahren werden. Laut Walter Koch, Gemeindeammann von Niederwil, soll sich das nun ändern. Der Gemeinderat von Niederwil will, dass auf der Risikostrecke künftig nur noch Tempo 60 erlaubt ist. «Der tragische Unfall – ein Einzelschicksal das ganz gravierend war – hat das ganze noch beschleunigt und wir haben dies nochmals aufgegriffen», erklärt Koch gegenüber dem Regionalsender Tele M1.

Bilder von der Unfallstelle zwischen Niederwil und Nesselnbach: 

Bereits im Februar liess die Gemeinde auf der Strecke eine Woche lang Geschwindigkeitsmessungen durchführen. «Als wir die Auswertung sahen, sind wir erschrocken, wie viele Leute hier über 80 und sogar über 100 Kilometer pro Stunde fahren», fasst der Gemeindeammann die Ergebnisse zusammen und fügt an: «Das hat uns schockiert, aber auch im Willen bestärkt, hier Tempo 60 einzuführen.» 

Kanton hat das letzte Wort

Zusätzlich zur Temporeduktion will die Gemeinde die Verbindungsstrasse schon kommendes Jahr umfassend sanieren, um die Sicherheit zu erhöhen. Ein Schritt, den viele Anwohner der beiden Gemeinden begrüssen.

Damit die neue Regelung in Kraft treten kann, muss sie vom Kanton Aargau genehmigt werden. Auf Anfrage von Tele M1 heisst es dort: Wenn der Kanton aufgrund des Gutachtens zum Schluss kommt, dass Tempo 80 zwischen den beiden Gemeinden zu schnell ist, steht der Temporeduktion nichts mehr im Wege. (luk)

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