Strompreise

Energieversorger erhöhen die Strompreise im kommenden Jahr

Das «Rote Huus» in Wohlen verbindet man mit der IBW. Der Wohler Energieversorger erhöht per 2020 den Strompreis.

Das «Rote Huus» in Wohlen verbindet man mit der IBW. Der Wohler Energieversorger erhöht per 2020 den Strompreis.

Der Strom wird vielerorts teurer. Kunden der IBW Wohlen zahlen nächstes Jahr wieder so viel wie 2013.

Ohne Strom geht in einem Haushalt nicht mehr viel: Die meisten können nicht mehr kochen, die Räume sind dunkel, der Akku des Smartphones kann nicht aufgeladen werden. Im nächsten Jahr zahlen viele mehr für diese Energie.

Der grosse Aargauer Energieversorger, die AEW, kündete am Mittwoch an, dass sich der Strompreis für ihre Kundinnen und Kunden um durchschnittlich 6,5 Prozent erhöht. Oder anders ausgedrückt: Ein Haushalt, der 4500 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, zahlt 2020 60 Franken mehr als bisher (siehe AZ von Donnerstag).

Wer bei einem anderen Energieversorger als der AEW Kunde ist, kann aber nicht unbedingt frohlocken. Viele von ihnen müssen zukünftig auch tiefer in die Tasche greifen. So teilte etwa die IBW Wohlen gestern Donnerstag mit: «Der starke Preisanstieg an den internationalen Strombörsen wirkt sich auch auf Wohlen aus.»

Verantwortlich für diesen Anstieg um rund einen Drittel sei das allgemein höhere Preisniveau bei den Rohstoffen, schreibt die IBW weiter. «Bei den Netznutzungskosten sinken zwar die Gebühren für die Systemdienstleistungen seitens des nationalen Netzbetreibers Swissgrid, die Ausfinanzierung von Unterdeckungen aus dem Vorjahr sowie gesetzliche bedingte Änderungen im Messwesen führen jedoch auch hier zu Mehrkosten.»

Für einen Kunden der IBW bedeutet dies im Klartext: Per 1. Januar 2020 steigt der Strompreis in Wohlen um durchschnittlich 7,9 Prozent. Ein Haushalt, der im Jahr 4500 Kilowattstunden verbraucht, zahlt nächstes Jahr monatlich 4.90 Franken mehr, ein Kleinbetrieb mit einem Jahresbezug von 30 000 Kilowattstunden zusätzlich 40 Franken pro Monat.

Eine solche Erhöhung des Strompreises sind sich Kunden der IBW nicht mehr gewohnt. «In den letzten Jahren wurden wir immer günstiger», sagt Peter Lehmann, Vorsitzender der IBW-Geschäftsleitung, auf Anfrage. Nach der Erhöhung auf Anfang 2020 «haben wir wieder etwa die gleich hohen Preise wie zuletzt 2013».

Dies ist weniger als bei der AEW. Ein Privathaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4500 Kilowattstunden zahlt 2020 bei der IBW rund 900 Franken, bei der AEW sind es 971 Franken.

Attraktiver Vertrag läuft Ende Jahr aus

Mehr für den Strom zahlen müssen ab dem nächsten Jahr auch Kunden der Elektra Eggenwil. Der Strompreis für die Haushalte sowie Gewerbe- und Industriekunden steige gesamthaft um 17 Prozent, schreibt die Kanzlei in den Gemeindenachrichten. Die Erklärung für den markanten Anstieg auf das kommende Jahr ist ein auslaufender Vertrag für die Energielieferung, den der Gemeinderat 2016 für die Jahre 2017 bis 2019 aushandeln konnte.

«Der damals abgeschlossene Vertrag und somit auch der derzeitige Einkaufspreis liegen deutlich unter dem aktuellen Marktpreis», schreibt die Gemeinde. So steige der Einkaufspreis auf das Jahr 2020 von bisher 3,43 Rappen pro Kilowattstunde auf voraussichtlich 6 Rappen.

Dies entspricht einem Anstieg von 75 Prozent. Nur ein Teil dieser Preisanpassung wird an die Kunden weitergegeben, wie in der Mitteilung weiter festgehalten wird. «Die Marge für die Elektra Eggenwil verringert sich trotz dieses Anstiegs merklich.»

Nicht alle müssen mit höheren Strompreisen rechnen, wie das Beispiel Niederwil zeigt. Hier bleibt der Strompreis unverändert. «Glück an der Strombörse», liefert der Gemeindeammann Walter Koch die Erklärung.

Die Gemeinde hat 2018 den Strom für die beiden Folgejahre zu guten Konditionen einkaufen können. «Wir haben einen der tiefsten Strompreise im Aargau», hält Koch fest. «Dies liegt daran, dass wir im Gegensatz etwa zur IBW keine Rendite machen müssen.»

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Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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