Hermetschwil

Energiepool Freiamt: Eine Erfolgsgeschichte samt Luxusproblem

Mit süsser Energie aus der Region – 49 Mohrenköpfen – verabschiedete Energiepool-Präsident Markus Wey (rechts) den zurückgetretenen Vorstandskollegen Guido Gumann aus Oberlunkhofen.  SL

Mit süsser Energie aus der Region – 49 Mohrenköpfen – verabschiedete Energiepool-Präsident Markus Wey (rechts) den zurückgetretenen Vorstandskollegen Guido Gumann aus Oberlunkhofen. SL

Energiepool Freiamt bereitet einen neuen Stromeinkauf-Vertrag vor. Und ist damit ziemlich gut unterwegs.

Anno 1998 gründeten Vertreter von sieben Elektras und Gemeindewerken unserer Region den Energiepool Freiamt. Der Strom sollte fortan gemeinsam zu vorteilhaften Konditionen beschafft und danach von den Elektras/Gemeindewerken, wie bis anhin, an die Haushaltungen der Freiämter Gemeinden verteilt und weiterverkauft werden.

Regional stark verankert

Die Idee des gemeinsamen regionalen Stromeinkaufs hat sich als Treffer erwiesen. Heute gehören dem Energiepool 31 Elektras/Gemeindewerke aus dem Freiamt an, die gegen 31000 Strom-Messstellen betreiben und in den Gemeinden die Feinverteilung von jährlich rund 372 Gigawattsunden Strom regeln. Der Energiepool ist fraglos eine Erfolgsgeschichte. Bis auf wenige lokale Strombetriebe – Elektra Zufikon, Elektra Eggenwil oder die grossen IBW (Industrielle Betriebe Wohlen) – machen praktisch alle Freiämter Energieversorger in dieser Interessengemeinschaft mit.

Neuer Vertrag, neuer Beisitzer

Ein Thema an der Jahresversammlung im «Waldheim» Hermetschwil-Staffeln war der Beschaffungs-Partnervertrag mit der Stromlieferantin AEW Energie AG. Ende 2011 läuft der Vertrag aus. Die Energiepool-Verantwortlichen wollen ein neues Vertragswerk mit Partner AEW aushandeln. Es soll nebst Marge und Kilowattstunden-Preis auch Anpassungen umfassen im Zusammenhang mit der Strommenge und den Intervallen der jährlichen Strombezüge und -einkäufe.

Neu in den sechsköpfigen Vorstand wurde Paul Wälti (Oberwil-Lieli) gewählt. Wälti ersetzt Beisitzer Guido Gumann (Oberlunkhofen), der seit der Gründung des Energiepools vor 12 Jahren im Vorstand mitarbeitet. Die Versammlung verabschiedete Gumann mit Gourmet-Präsenten. Wegen seines unermüdlichen Einsatzes wurde auch Energiepool-Präsident Markus Wey (Hermetschwil-Staffeln) beschenkt, auf dessen Initiative der Pool seinerzeit gegründet worden war. Vizepräsident Karl Suter (Merenschwand) überreichte Wey mehrere Gutscheine für familiäre Freizeit-Aktivitäten.

Was tun mit 100000 Franken?

Es war nie das Ziel des Energiepools, Geld zu horten. Umsichtiges Haushalten und eine überraschend hohe einmalige Zahlung indes liessen das Finanzpolster auf rund 100000 Franken anschwellen. Was tun mit dem vielen Geld? Dieses Luxusproblem gab zu reden. Ein Vorschlag, die jährlichen Mitgliederbeiträge der 31 Elektras zu kürzen, kam nicht durch. Man beschloss, das Geld vorläufig auf der hohen Kante liegen zu lassen und es später für ein grösseres Vorhaben einzusetzen, beispielsweise zur Gründung einer Einkaufsgenossenschaft.

Der Weiterbildung diente ein Vortrag von Geologe Max Eberhard über die Nutzung von Erdwärme (Geothermie). Eberhard verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: 2020 soll im Aargau ein geothermisches Kraftwerk gebaut sein, das Strom und Wärme produziert.

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