Berikon/Widen/Rudolfstetten-Friedlisberg
Energie von oben, Schweiss von unten – Solarzellen auf die Sporthalle

Berikon, Widen und Rudolfstetten-Friedlisberg befinden über Solarenergie von der Dreifachsporthalle.

Christian Breitschmid
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Auf dem Dach der Dreifachsporthalle Burkertsmatt in Widen soll eine Photovoltaikanlage installiert werden, wenn die beteiligten Gemeinden zustimmen.

Auf dem Dach der Dreifachsporthalle Burkertsmatt in Widen soll eine Photovoltaikanlage installiert werden, wenn die beteiligten Gemeinden zustimmen.

Lukas Schumacher

Den drei Einwohnergemeindeversammlungen von Berikon (16. 11.), Widen (23. 11.) und Rudolfstetten-Friedlisberg (10. 11.) liegt diesen Herbst je ein gleichlautendes Traktandum vor: Genehmigung eines Verpflichtungskredits von 385 000 Franken für eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Dreifachsporthalle im Sportzentrum Burkertsmatt.

Bei den aufgeführten 385 000 Franken handelt es sich um die Bruttokosten für den Bau der Anlage. Da das Bundesamt für Energie (BFE) solche Bauten finanziell unterstützt, dürfen die drei Trägergemeinden mit einer einmaligen Vergütung von 78 000 Franken rechnen. Unter Berücksichtigung der sogenannten KEV (kostendeckenden Einspeisevergütung) resultieren Nettokosten von total Fr. 307 000.00, die sich auf die drei Gemeinden gemäss jeweiliger Einwohnerzahl verteilen. Den Mammutanteil der Ausgaben hätte demnach die Gemeinde Berikon zu tragen mit 112 669 Franken, netto. Mit 107 143 Franken schlägt die Solaranlage für Rudolfstetten-Friedlisberg zu Buche. Widens Gemeindebudget wird mit 87 188 Franken belastet.

Hallendach ist optimal geeignet

Mit Hinweis auf die vom Schweizer Volk klar befürwortete Energiestrategie 2050 werben die Abgeordneten des Gemeindeverbandes Sport-, Freizeit- und Begegnungszentrum Burkertsmatt in den Versammlungsbroschüren für die Photovoltaikanlage: «Gemäss dem Solarkataster des Kantons Aargau ist das Flachdach der Dreifachsporthalle des Sportzentrums Burkertsmatt für die Nutzung der Sonnenenergie optimal geeignet.» Ausserdem seien beim Bau der Halle, vor sieben Jahren, bereits die Voraussetzungen für die spätere Installation einer Photovoltaikanlage geschaffen worden. Die Konsultativabstimmung unter den Verbandsabgeordneten ergab ein vielsagendes 21:0-Ergebnis für den Bau der Anlage. Marcel Signer, Vorstandspräsident des Gemeindeverbandes, sieht den Gemeindeversammlungen mit Zuversicht entgegen: «Wir rechnen in keiner der drei Gemeinden mit einer Ablehnung des Kredits. Die Mehrheit des Volkes hat sich ja für Alternativenergien ausgesprochen. Darum sind wir sehr zuversichtlich und gehen mit dem Projekt vor die Gemeindeversammlungen, obwohl wir ja nicht müssten.» Gemäss Satzung des Gemeindeverbandes kann die Abgeordnetenversammlung über einmalige Anschaffungen von maximal 400 000 Franken pro Jahr selber bestimmen.

Strom für 44 Einfamilienhäuser

Die Anlage auf dem Burkertsmatthallendach sieht eine Solarzellenfläche von 1600m2 vor. Damit liesse sich eine Leistung von 260 kWp erreichen, jedenfalls unter Testbedingungen. Die erwartete Jahresproduktion von 230 000 kWh reichten locker aus, um 44 Einfamilienhäuser mit dem notwendigen Strom zu versorgen. Zirka 20% der gewonnenen Energie werden vorerst für den Eigenverbrauch verwendet. Geplant ist, dass sich der Prozentsatz in Zukunft noch erhöhen wird. Will heissen: Wenn der Souverän dem Kredit zustimmt, dann werden die Sportler in der Burkertsmatt künftig dank Sonnenenergie bei bestem Licht und in wohltemperierten Hallen ohne zusätzliche Umweltbelastung schwitzen.