Die subversiven konservativen Kräfte in Hägglingen können jubeln. Sie haben die Ordnung im schönen Dorf am Maiengrün endlich wieder vollständig hergestellt. Die Alltags-Regierung war schon bisher ein reines Männergremium.

Mit der Wahl von Sacha Doyon als Zunftmeister der Hächle-Zunft dominiert das starke Geschlecht nun auch wieder an der Fasnacht. Und weil Kanzlerin Monika Gloor Mutter wird und im Sommer in den Schwangerschaftsurlaub geht, besteht zumindest eine reelle Chance, dass die Ewig-Gestrigen bald auch die Hägglinger Verwaltung wieder übernehmen können.

Applaus für Susanne Spycher

Immerhin wurde Susanne Spycher, die in den letzten zwei Jahren das Dorf durch die Fasnacht geführt hat, nicht mit Buhrufen aus ihrem Amt entlassen. Auch die gesetzteren Herren unter den Gästen an der traditionellen Inthronisationsfeier mussten – allenfalls leicht knurrend, aber dennoch – anerkennen, dass sie ihren Job tadellos gemacht hat. Die beiden anwesenden Dottiker Rüebli-Gruftis Roli und Ueli zumindest haben ehrlich applaudiert. Und nebenbei betont, dass sie also (noch) nicht mit dem Rollator an die Hägglinger Inthronisation gekommen seien, sondern mit einem Mercedes.

«Made in China» heisst das Motto der Häggliger Fasnacht 2019, das auch dieses Jahr wieder von Schülern kreiert worden ist. Unter dem (männlichen) Trio, dessen Idee vom Motto-Komitee zum besten Vorschlag erkoren worden ist, war auch der Sohn des neuen Zunftmeisters, wie dieser an seiner Amtseinsetzung stolz betont hat.

Ein paar Brocken Chinesisch

Auch der Gemeinderat blieb seiner althergebrachten Tradition treu. Er war (immerhin) mit vier (männlichen) Mitgliedern an der Inthronisation vertreten, aber halt doch – wie seit Jahrzehnten üblich – nicht in Vollbesetzung. Dafür hatte er sich mottomässig gekleidet und für das wichtige Zeremoniell sogar ein paar Brocken Chinesisch gelernt.

Der neue Zunftmeister wurde von der jetzt kurzzeitig pausierenden Häggliger Alltagsregierung dazu verpflichtet, die chinesischen Gäste mit allen Schönheiten und Bräuchen des Dorfes vertraut zu machen. Sacha Doyon wiederum verknurrte den Gemeinderat dazu, am Nachtumzug vom 15. Februar 2020 als Nummer 2 teilzunehmen. Das kann ja heiter werden.